führenden natürli chen Entwässerungsgraben, nach N orden bis in
die Geg end von Brugg aus, wo die Anlandungen des Rheine s
und der Dornbi rner Ache die Verbindung mit dem Bodensee abschnitt
en. Gin Rest hievo n, f reilich nicht mehr auf unserem Gebiete,
„der sehr tiefe Vorfee, der zur Herbstzeit viel und gutes Federw ild
herbeizieht" bestand noch, wie Gustan Schwab berichtet, vor 80
bis 90 Jahren. (Siehe Tafel XXXIII.) .
Das Gelände östlic h der Dornbirner Ache bis an den Fusz des
Bildsteiner- und Steusberges ist ganz anderer Natur als die
bisher bes proch ene Rheine bene. Wir haben hier stets wechselnde
Bodenverhältnisse. An vielen Stellen, besond ers zwischen der
Reichsstraßze Bregenz—Dornbirn und dem Gebirge treffen mir
schon in gering er Tiefe auf ss chön gerollte n Schotter mit Lehm
untermischt. Westlich der Reichsstraßze haben mir mächtige Lagen
von seinem Letten, auf dem stellenweise Torflager liegen. Die Gegend
ist gut bewässert. Das Eigent üml iche ist hier bas reichliche
Her vortre ten des Grund w assers, das sich bann in klare n oft starsen
Bä chen durch bas wei che Gelände windet. Diese Bäche finb
bie Alufnahmsadern des heute stelle nweise ziemlich engm asch igen
künstlichen Entwä s se rungsnetze s. Eigentü ml ich lift, daß bie Quellen
diese r Bäche ober ihr Ursprung immer im Grenzgebiete l iegen,
wo an Stell e bes non mehr ober weniger mächtigem Humus überlagerte
n Schotters der feine graue Let ten tritt . So sehen mir in
ber Nähe ber Bregenzer Ache, bie in ihren eigenen Schottern
fliest, nirgends einen dieser zahlreichen Bäche entspr in gen. Ja
man konnte sogar beobac hten, daß infolge Verlängerung bes Ranals
bes Kra ftw erkes Rieden viele ergiebige Brunnen im oberen
Lauterach versiegt en. Der wasserundurchlässige Lett en zwingt
wenigstens bas hochflieszende Grundwasser an ber Schotter- unb
Lettengrenze in Quellen ober Sickerflächen zutage zu treten. Wo
mir nördlic h unserer Südb asis bis gegen Wol furt hin Streuerieder
auftrete n seh en, haben mir solche Sick e rflächen vor uns.
Einzel ne Wasse rgräben kommen auch von bem Gehäng e dies
Steusberges herab . Manche oerf itfern auch in bem Schottergelante
am Fuße bes Berge s. Die bekanntesten Bäche finb bie
Lauterach, bie in einer schönen klare n Quell e im Nordwesten bes
Dorfe s entspringt ber Riedshallgraben, ber aus einer Sick erfläche
her aus sich entwick elt. Manchmal helfen auch dem Forscher
Flurnamen auf bie richtige Deutu ng einer Gegend; denn mir haben
es hier ja meistenteils mit sehr jun gem Lande zu tun. So ersehen
wir aus bem Flurna men „Schottern" westlich der Eise nbahnübersetzung
durch bie Reichsstraßze ein typisches Sickerfeld vor
uns, wo unter einer dün nen fein en Schotterlage schon grau er Setten
anst ößzt. Der Flurname „Lingenjee" beute t auf einen ber
zahlreichen Rheintalbinnenseen, ber entweder nur in schmaler Verbinbung
mit bem Bod ensee war ober, was wahrscheinlicher war,
durch bie Anl andu ngen ber Bregenzer Alche unb bie wahrschelinlich
unter ben Rheintalschottern begrabene Bühlendmoräne völlig ab- 29