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Die Dornbirneracke als große s Sorgenkind
von Cll tdor nbirn.
Von Martin Natter, Beamter und Arch ivar der Stadt Dornbirn.
Ein geschäftiges Treiben herrscht hüben und dr üben der Ach; die satter
schätzen sich glücklich, über dem Jordan drüben zu wohnen, die Dörfe r fühlen
sich rechts auf dem besseren Platze, die Oberdörfer schauen von oben herab auf
die Be wohner im Zugl uft der Ach und die Haselstauder däuchen sich angenehm
ferne, doch drun ten im Ried sind sie der Ach doch näher als ihnen lieb ist. Der
Wochentage Arb eit und der Feiertage freie St unben führen viele von uns über
die Ach und dersel ben entlang, wir sehen den geraden Lauf des Flusses, den
scheinbar harmlosen Bachgesellen, eingezwungen zwischen hohe, sta rke Mau ern;
was diese bedeuten, kommt uns erst dann immer zum Bewußtsein, wenn in
dunkler Gewitternacht das Tosen der Achfluten und das du mpfe Rollen der
mitgerissenen Steinmassen uns aus dem Sch lafe scheuchen. Und mancher, der
dann hi nau seilt, um die Güße schaudernd zu sehen, mag wohl denk en, wie
grauenha ft und bedr ohlich solch e Räch te für die Dornbirner damal s war en, als
noch nicht folch unüberwindliche Steinwuhrungen den wilden, plötzlich daherflutenden
Wasserschwall in Schranken hielten und ihm noch nicht den Weg
wiesen. In freien Stunden wandern viele von uns über das Hügelgelände der
Hei mat und sehen wieder den langgezog enen, fast geraden Lauf der Ach im
Bilde der Stadt und se hen, wie weiter unten ein dunkelgrüner Streifen von
Waldg ebü sch bezeichnet, wo sich der Wildbach im flachen Ried in weiten und
engen Schlangenlinien den Weg bahnte, um dann ganz unten vereint mit
anderem Gewässer im Bod ensee zu verrinnen. Mit Kümmernis und Befürchtung
sehen wir bei Hochwass er die schlammigen, Ger ölle führende n, wi lden
Fluten aus den Gebirgstälern und Schluchten hervorstürzen und im eingeengten
Flußbett das Stad tge biet sich hinunterwälzen, und bang ist dann jedermanns
Frage , wie es wohl weiter unten sich gestalten wü rde. Und doch ist das
Langen nicht mehr so groß, seit man weiß, daß schon im dritten Jahrzehnte und
besonders in den letzten 15 Jahren mit Aufwand von großen Geldopfern die
Gemeinde daran ist, den Achwildbach auch in sei nem Unterlaufe einzudämmen
und in geregeltem Fortflusse zu halten. Aber wie moch te das früher sein,
w ieviel Kum mer und Sorge war wohl damals den Lan dwirten besch ieden um
den preis ihrer harten Mühen und um den Bestand ihrer Aecker und Wi esen?
Damals, als noch wenig oder nicht s gesche hen war, um den freien Lauf des
Achwildbac hes zu hem men.
So begehrlich und wissenswert es für einen Dornbirner wäre, weiter als
bis ins vergangene Jahrhundert zurückzuforschen und so sicherlich sich aus
alten Urkunden und Amtsakten oder auch aus Famil ienschri ft en Berichte
erge ben wür den über die großen Sorg en und Kümm ernisse, die von der
wilden Ache der Bev ölkerung und der Verwaltung von Al tdornbir n angetan
worden sind, kann sol che Forschungsarbe it dieser Schilderung nicht unter legt
werden, weil darüb er kein geordnetes Archivmat eria l vorliegt und zum
Suchen und Sichten jetzt die Seit mangelt.
Andeutungen sind in der bekannten und von Ignaz Rüsch im Jahre 1898
in Druck gebrachte Topographie über Dornbirn nach dem Plane aus 1832 von
Pfarrer Josef Pius Moo s brugger in Markt vorhanden und des weiteren erli
egen im Stadtarchiv ein allerdings etwas lückenhafter Akt „Dornbirner Ach"