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Full text : Veldkirch. Das ist Historische Beschreibung der Löblichen O. O. vor dem Arlberg gelegenen Stadt Feldkirch

100 He ld kir chischer

Be schreibu ng

Ams.

So lassen wir dann Dornbirn li egen und gehen in den hochgräflichen Marktflecken
Ems, allwo wir gl eich vor dem Thor eine schöne Kapelle, dem H. Antonius von Padua
zu Ehren unläng st von Grafen Carl Friedrich daselbst auf gef ührt, sehe n. Wann wir
durch die Por ten und Flecken hin auf bei der Pfarrk irc he Vorbeigehen, stehet vor Augen
der schöne Pallast und Sitz der Herren Grasen von Ems, welcher mit Gebä n, Zimmer n,
Lustgärten, Wässern unb an derer Zugehörde also versehen, daß ein jeder Fürst alldort
sein accommodament find en würde. Und weil wir vor besagtem Pallast in Wunder
ste hen, wollen wir das uralte Geschlecht und Ursprung die ser Hochgräflichen Familie
kurz betrachten.

Ems empfangt den Namen von sei ner Herrschaft, dann vor der Geburt Christi
578 sind die Edlen von Ems, wie auch gleich im Anfa ng di eser Beschreibung gemeldt,
mit Arunte und Rhaeto in das obere Rhaetiam herausgekommen, und sich allda niedergelassen,
 bei Razi ns an dem Ge stad des Rh einflu sses, bei dem Dorf Ober-Ems, ihr Schloß
gebauet und lange Zeit alldort gewoh net haben, deren Namen in Rhätischer Sprache
Amisii, zu Latein Amisium, auch Amides oder Emedes, zu deutsch aber Ems ist. Sind
aber hernach , da ihnen der obere Platz zu eng wor den, aus denen Wildnissen in dieses
Land herab geruckt und haben diese Edlen von Ems diesen Platz und Ort eingenommen,
da sie ihnen getrauten, mit den Ihri gen siche r zu wohn en, und haben also das and ere
Sch loß uns einem harten und hohen Fe lsen gesetzt, solches auch Hohe nems, zu Latei n
alta Ems genannt, mithin das wilde Land gepflanzt, mit Inwohnern besetzt und dasselbige
 beherrscht bis auf den heu tigen Tag.

Diese Edlen von Ems haben stark zugenommen, waren viel eines Geschlechts
und Herkommens, wie dann nach viel er Me inung auch St. Othmar Einer von Ems,
ob Chur an dem Rhein gelegen, gewesen sein sol le. Anno 940 wurde Eva von Ems
Gr afen Hugo von Bregenz verhei rath et; wegen der Hei rath ist er mit denen von Ems
in Zwietracht gerat hen, und als er .ba§ Cas tell bei Lindau (je tzt Eschach genannt) besaß,
nahm er von den selbi gen Bürge rn 42 Mark halb Gold und halb Sil ber und ließ sie frei.
Aus diesem Geld hat bes agter Graf Hugo das Sch loß Bo dman zu fe iner Sicherheit
wider die von Ems erb auet, die Bürger aber haben sich als bald zu Unser Frauen unter
der Linde n getha n und dase lbst die Stadt Lin dau gemacht und erbauet.

In dem übrigen sind diese Herren, Ritt er und Grafen von vielen Jahren und
Thaten berühmt gewesen, wie sie dann noch sind, welc he Thate n wel tkundig und in der
Emsischen Chronik Joh. Georg Schle hen weitlä ufig zu find en sind 2c.

Nach diesem allen ist von dem römischen Kaiser , mit Wissen der Churfürsten,
diese alte, hochadeliche, ritterliche Familie von Ems zu Grafen des H. Römischen Rei ches, Rei ches,
            
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