4 Feldkirchische
ein Füh rer derselben gegeben ist worde n. Eben diese Rhätischen Feldkircher haben nach
C hristi Geburt Anno 112 mit Trajano, Anno 122 mit Adriano , und folglich mit
an dern Kaiser n, Kön igen und Tyran nen fre undlich e und gütliche Gemeinschaften gelitt en
und aufgehebt.
Dies em allem nach, so ist alles vorgemeldete unse rer löblichen Stadt Feldkirch
erster Fuß, Grund und Ursprung: indem aber auch allda eine große Menge der Mitburger
und Landsleute erwachsen, auch der Platz ziemlich eng worden, haben öf ters angezogene
Fe ldkirc her von dem ersten Fania ihre Stadt mit Bauen auswärts gefördert, nämlich
näher zu dem Jllfluß, gleich unten an dem Fuß des Ber ges, Ardetzen genannt, allwo
sie eine nicht zwar vollkommene Stadt, doch einen stadtmäßigen und für die selbe Zeit
ziemlich gro ßen und zur Nothdurft bequemlichen Flecken oder Städtlein aufgeführt und
also ungefähr nach Christi Geburt Anno 227 in dem obern Feld sammt einer Kirche
das alte Feldkirch erneuert und erweiter t habe n; weßwegen dann das je tztmalig alldort
noch liegende Dorf den Namen zu der Altenstadt beh altet, von welchem folglich mehre res.
Da nun der christli che Glau be von den heiligen Ap osteln und ihnen nachfolgenden
Seelenhirten in alle End der Welt ausgebreitet und von me hrerem Theil der Menschen
angenommen ist worden; hat unter anderen auch Fraukreich [ber gött lichen Erbarmniß
zur Dankbarkeits sich dem süßen Joch Christi ergeben, in welchem Reich damals und
schon vor Christi Gebur t der Hoc hgräfliche Stamm von Montfort fl orirte und sehr
berühmt war.
Viel halten da für, und ist sehr glaublich, daß die ses uralte Geschlecht mit Arunte
oder Rhe eto aus Italien in das Alpgebirge an gekommen sei, von ban nen sie sich aus den
Berge n in diese mittl ere Gelegenheit heruntergelassen haben. Einer diese s Gesc hlec hts
war Pfalzgraf oder Landrichter , mit Namen Rod ericus, in alter hoher Rhätien: wie
dann Joanne s Gulerus Fol. 7 die Montforti schen unter die ältesten Rh ätier ausdrücklich
anrühmt. Wie nicht weni ger, Fol. 64 derselben von Herz og ans Schwaben ihnen in
Alt-Rhätia verliehene Land-Vogtei bekräftiget.
Und weil sie jederzeit hoch angesehen und unter die ältesten Geschlechter gezählt
wur den, sind etliche [wie vorgemeldets auch in Frankreich kommen, alldort lange Zeit mit
größtem Ruhm ihr Heldengemüth erzeigend; welc he Grafen nachgehends Anno Ehrist i
502 sich entheilt, und etliche dero Ruhm, muthiges Geblüt der offene n Welt vo rzus tellen
sich wiederum in das De utsch land und and ere Re iche be geben hab en, wie sie dann durch
undenkbare Jahre in allen Begebenheiten unterschiedlichen römischen Kaiser n mit höchstem
Lob gedient, absonderlich aber Anno 811 dem gro ßmäch tigsten römischen Kaiser Carolo
Magno, welcher eben dazumal in den benachbarten Ländern hochwichtige Geschäf te hatte,
ihre Treue und willigste Devotion also an das Tageslicht gegeben haben, daß der Montfortisch
e Stanunen und Namen in ganzem Deutschland lobwürdig erhellet, absonderlich in in