20 Heldkirchische
Feldkirch geschwommen und haben in das Reichenfeld hinausg esetzt, allwo acht Stück erleg t
und gefangen worde n.
Gleich dara uf an dem Fest des heiligen Michaelis ist ein anderes schwarzes Wildstück
durch des Trüllers Thor und durch die Stadt bis in den Jo han niter- Bezirk gelof fen,
allwo es auch mit absonderlicher Kurzweil der Bürg er erlegt ist worden.
In an gezoge nem Jahr hat Graf Hugo die Festung Neub urg dem He rzog von
Oeste r reich um eine gewisse Summa Geld es verlauft.
In besa gtem Jahr hat Graf Rudolphus zu Feldkirch einen Wall iser Mann gefänglich
angenommen, welcher bezüchtigt ward, er habe einen ehrlichen Mann in Wall is
des Guts halber ermorde t. Dies er mußte dem Gra fen 672 fl. zur Strafe erlegen, wurde
alsdann ledig entlassen.
Anno 1364 fieng in St. Nicolai Fest vorigen Jahrs ein strenger und rauher
Winter an, welcher mit dic kem Schnee und unerhörter Kälte bis auf Ostern gewähret hat,
mit größtem Sc haden des Weingewächses.
Nachgehends um St. Bartholomäi Tag ist eine große Menge der Käfer oder
Engerich, als wenn ein dick er Schne e fiele, auf Feldkirch zugeflogen, welche den Ardetzeuberg
also übersetzt, daß er ganz sc hwarz schien, sind aber den folgenden Tag ohne absonderlichen
Schaden weiters gerückt.
Darauf Anno 1365 war ein ganz war mer Winter und fruchtbares Jahr; damals
hat Rudolphus vou Mo ntfort, Domprobst zu Chur, resignirt uud nach seines Naters und
Brude rs Tod Feldkirch angetreteu, wie in folge nden Parag raph en zu sehen ist.
Desselben Jahrs kanfte jetzt ermeldter Graf Rudolphus von Mo ntfort, Herr zu
Feldkirch, von Hugo dem Dummen von Nenburg, Balentschinen und alle zuge höri gen Gerechtigkeiten
von Menschen und Güt ern.
Dam als muß ten die Bürg er zu Feldkirch ihrem Herrn 700 Pf. Constanzer Münz
geben, welches sie mit Willen gethan.
Anno 1366 war wied erum ein kal ter Winter; darauf regnete es den ganzen
Sommer, also daß nicht bald drei Täge nacheinander gutes Wetter war, daher erfolgte
gr oßer Sch aden in Korn und Wein, wachste auch kein Obst, und wurde eine große Theurung.
Nichts desto weni ger in besagtem Jahr erkaufte Rudolphus Herr zu Feldkirch
Wi chseus tein vou Truch sässen von Kallent hal, wie nicht weniger von dem Convent St.
Johann den Ritt ern allhier das Wuhr, und die Mühle an der Jll um 600 Pfund Pfenning,
Constanzer Münz, ist also die Mühle wied er an Feldkirch kommen.
Anno 1367 war abermals ein strenger Winter, darauf eine tö dtliche Sucht, daß
sehr viel aus dem Leben hingerissen wurden.
An St. Geo rgen Tag ist kein grünes Aug an den Reben zu sehen gewesen, daher
wied erum alles th eur. .