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Full text : Veldkirch. Das ist Historische Beschreibung der Löblichen O. O. vor dem Arlberg gelegenen Stadt Feldkirch

Besc hreibung. 23

Herrschaft Feldkirch, Burg, noch Stadt, noch kein Stück, noch Gut, das Graf Rudolphus
gegeben, zu übersetzen, noch zu ver kaufen oder zu verkümmern.

Folglich hat Anno 1378 Rudolphus Graf von Montfort meh rbesag ter Stadt
Feldkirch den Wald und das Thal, Saminathal genannt, in seine m gewiss en Bezir k und
Zielen bestehend, um 100 Goldgulden eigenthümlich zu kaufe n gegeben, ausgenommen den
Wild -Pan und Vischenz.

Ueber dieses hin hat schon mehr und oft angerühmter Graf Rudolphus uach so
geschehenem Verkauf, welcher zwar uoch nicht ratificie rt war, wie vor gehört ist worden, die
Stadt Feldkirch zu mehren und zu erweiter n ang efange n, wie er dann hernach Anno 1379
die Vorstadt, das ist jene Gasse von der Metzig bis zu der Jll erbauet und aufgef ühret
hat, er sel bst war Baumeister uud gab den Riß und Grund an zum Bauen.

Die Bürger zn Feldkirch gaben damals 130 Pfund Pf. zu einem Anfang, welche
Joß Han eingenomme n ; Maurermeister aber ist gewesen Hanns Bächli.

Unter währendem diesem Bau hat Anno 1380 dies er Rudolphus um des H.
Georg i Fest zu Feldkirch mit se inen Bürge rn ein Osterspiel auf dem Kirchhof bei St.
Ricola i Pfarrk irc he gehalten, welches in die drei Tage gewähret und in die 500 fl.
gekostet hat.

Dam als ist anch außerhalb der Stadt Feldkirch gleich an der von Steinen hoch
erhebten Jllbrücke eine Kapelle dem H. Kreuz zu Ehren er bauet word en, wie dann derselbe
Flecken daher noch heut zum H. Kreuz genannt wird.

In besagtem 1380sten Jahr am Abend vor St. Martin i fieng der Korb bei der
Mühle zu Feldkirch 9 Jllanken klein und groß, am Morgen früh, mithin auch einen Pr iester
und einen Ju den; dies geschah also: da man die Fisc he wollte her aus nehmen, stand der
Pri ester und Jud auf der Then, über welche das Wasfer abzufallen pflegt, waren beide
voll Wunder so viel er Fische; unterdessen hat ein Bö sewicht (welche r der Flach genannt,)
den Laden ge zogen, daher warf das Wasser den Priester und Juden in den Korb,
wurden aber errettet und herausgezogen; alsdann hatte man allerhand Fische.

Anno 1381 ist das Fraueu-Kloster, Valdun a genannt, unweit Feldkirch aus Freigebigkeit
 Ru dolphi von Mo ntfort, Herrn zu Feldkirch, auch aus Marquardi von Degersee
eines vermöglichen Kaufherrn s Beih ilfe erbaut worde n, we lche beide doch vor Vollendung
des Werke s gestorben sind. Valdu na ist ein alt Rhätisches Wort und heißt zu deutsch
Fra uenthal. Vor Erba uung die ses Kl osters woh nte alldort in einem hohlen Eichbaum e
ein frommer Einsiedler; di eser hat einmal einen von dem Himme l herabsteigenden Engel
gesehen, welcher sich auf jenem Fel sen, (allwo jetztbesagtes Kl oster St. Clara Orde ns steht)
niedergelassen und lieblich gesu ngen hat, dem etliche Klosterfrauen in dem grau en Habit
oder Kl eid, so sie jetzt tragen, bei gehol fen hab en. Dieses Gesicht erz ählte er den Rankweilern,
 Runkels und Tufers, wurde aber nur verlacht. Daß aber diese s Gesi cht wahr wahr
            
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