Beschreibung. 39
Feldkirch, seu fze und sprich mit dem geduldigen Job: Dom inus dedit, Domi nus abstulit,
sit nomen Domin i benedictum!
Denn siehe, zu diese n so bedrängten und unfruchtbaren Jahr en überfällt 1467 die
leid ige Pestilenz die Stadt und das ganze Land also, daß zu Feldkirch allein über 400
M enschen hingeraumt wurden. Worüber die and ächti gen Feldkircher ihre Hilfe allzeit von
oben begehrend, die Himmels-Königin Maria, auch St. Sebastiano und dem H. Antonio
von Padua eine Kirche zu erba uen ver sprochen, auch in der Vorstadt erb auet und Trost
erlangt haben. Von welcher an sein em Ort wird gehandelt wird.
Anno 1468 ward wie der sa urer Wein, und wurde ge nannt des Kre tzers Bruder.
Dieses Jahr hat sich das Rege nwett er also beständig ergossen, daß durch Ue berlaufung
der Wässer und Bäche die neu begrabenen tod ten Körper der Mens chen an viele n
Orten hinweggeschwemmt gesehen sind worde n.
An des H. Francisci Seraphici Fest siel ein so dicke r Schn ee, daß viel Dächer
und Häu ser eingedrüc kt wurden.
In diesem Jahr hat Herzo g Sigismu nd us von Oeste r reich Ungelegenheit von den
Eidgenossen gehabt, damals stand en 30000 Sch weizer vor der Stadt Waltzhut, wurden
aber mit großem Spott und Schaden abg etrie ben.
Anno J,470 hat ein Bauer zu Constanz am Fest Mariä Verkündigung in der
Fasten, auf dem obern Markt junge Trostlen in dem Nest feil geh abt.
In eben dies em Jahre haben alle Bäume zu au sgehe ndem März verblüht gehabt
und an St. G eorgi Tag fand man zeitige Kirschen, und hatten Reben schon verblühet.
Der Wein wurde in di esem Jahr gesteuret, das Fuder per 7 Pfund pf.
Nach zeitlichem Hintr itt Udalrici von Br andts ist Anno 1471 Vogt zu Feldkirch
geworden Theobaldus von Habsperg, wel chen auch etliche von Hab sburg schreiben.
Anno 1478 war ein so dürrer und heißer Sommer, also, daß die Wälder verdorrten
und abgiengen, die Bäche austrockneten, die Flü sse ganz entschöpft wurden, derenthal
ben die armen Leute sogar das Wasser um Geld erka ufen muß ten. War doch noch
ziemlich fruchtbares und gar frühzeitiges Jahr. Zu Feldkirch hat man in dem Monat
August schon Most verkau ft.
Anno 1474 an St. Peter und Pauls Tag entstand ein sol cher Sturmwind,
wel cher an vielen Orten Häu ser und Städel niedergeworfen, absonderlich in den Wälde rn
großen Sch aden ge than. Die ser Wind hat von dem Rheinfluß an, auch der Donau nach
bis in Ungarn sich gezogen. Zu Augsburg hat er eine Ki rche eingeworfen und den PfarrHerrn
sammt seinen Priestern, dar neben 30 Personen ersc hl agen.
Anno 1477, nachdem Theobaldus von Habsperg den allge meinen Weg der
Mensch en ange tret en, hat ein Hochlöbl. Haus Oester reich Jacobo von Bodman, in hohen
Bodman, die Vogtei der Stadt und Herrscha ft Feldkirch aufgetr a gen und anvertr aut.