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Schon vor Schendlisgut war aber ein weit größeres Gebiet dem Walde
abgewonnen word en: die Reute . Auch für sie gilt das von den Ehäft en Ge sagte.
Wäh rend aber Scheudlingen durch einen Gründer gerodet wurde, muß die Reute
ihre Entstehung einem länger dauernden Ausb au verdanken.
Schendlingen liegt zwischen dem Klos terhol z und dem Nie derh olz, die Reute
dagegen ist in unmitt elbow er Nachbar schaft nicht bloß des Klosterholzes, sondern
auch der gr oßen Kloster felder. Es ist genau genommen kein Weiler, sondern eine
Gruppe von Einzelhöfen, die alle ihren Grund in unregelmäßigen Stücken um
das Haus herum haben. 1809 waren es 11 Häu ser, davon 7 Lehen Me hre ra us;
sie können daher großenteils zurückverfolgt wer den. Von den 7 las sen sich 6 bis
1585 zurückführen. Sie sind also in den letzt en Jahrhunderten nicht durch Terlung
aus größ eren Höfen ent standen, so ndern im wesentlichen unv eränder t geblieben.
Das Ausmaß der Höfe ist durchschnittlich 3—4 Juc hart, also kle in. Wie
das zu erklären ist, st unten bei Vorklo ster.
Einige der Höfe haben Antei l an der Bayenreute, einer Flur am Waldrand
von 1809, anschließend an die 1804 aufgeteilte Ge mei nweide Reute. Diese
Flur muß ju nger Ausba u sein.
Wie alt ist die Reute? Ob die Rüti (Jnderuti), die 1249 in der großen
P apstur kunde für Mc hrerau nach „Rieden" und „Bregenze Stade" (Sta dt Bregenz)
genannt wird, mit dieser Reute identisc h ist? Die Reute bei Bregenz war
f reilich großenteils montforti sches Leh en10) und ging erst 1617 an Me hrerau
über. Aber nach einer Urkunde vom 23. Februar 1429a) war ein Stück der
Rüti ob Bregenz schon da mals dem Kloster zins- und todfäll ig. Die Reihen
folge der Aufzählung spricht auch mehr für die Bregenzer Reut e. Borkloster
ist in der Paps turkunde ja auch nicht genannt, war aber si cher Klosterland.
Die Reute rei cht aber dennoch, wenn auch die Nachrichten sehr spät einsetze
n 2) ins 13. Jahrhundert zurück. Sie ist älter wie Schendlingen, das im
14. Jahrhundert schon bestand, über jünger wie Vorkloster, das nicht älter sein
kann wie das Kloster, also höchstens ins 12. Jahrhundert zurückrei cht . Da Reute
aus einzelnen Höfen besteht, ist allmähliche Entstehu ng naheliegend.
Hiehe r gehö rt die Bezeichnung von Höfen mit dem Namen „im Klosterholz".
Nach der Urkunde vom 23. Februar 1431 (L. A.) überlassen Hans Brendli
und Ursula Köp pin, seine Hausfrau dem Abt, „das gütli im Clo fterho ltz gena nt
Koppengut" das er ihnen und ihren Kinde rn „vorziten" auf Bitten der Markgräfin
El isabeth von Hochberg und des Gra fen Johan sen von Lupfen „zu dvittail
und umb ainen järlichen Zins" verliehen hat te. Darauf hatt en sie ein Haus
erricht et. Der Abt erkauft das Gut um 22 Pfun d.
Wenn so neue Höfe im K losterholz gerode t wurden, gab das immer wie der
Anlaß zu schweren Streitigkeiten mit den Rie dern, die auf dem al ljährl ichen
Wehtrieb der gemeinsamen Herde bestanden. Nach der Urkunde vom 17. Mai
1488 (Ori ginal teilweise zerstört im L. A.; Abschrift des 17. Jahrh, in Mehr.
194) brachen die Ni eder einen Zaun ni eder, mit bem der Abt „das (Host erfind
gegen Ried en wertz vermachen" wollt e. Alan wolle ihnen Trieb und Tratt
nehmen, den ihre Vorf ahren schon seit alt ers im ganzen Klos terholz „untz in
See" gehabt. Wenn der Hag stehen bl eibe, könnten sie in Rieden nicht mehr
bleiben. Der Abt tre ibe ja auch auf ihren Boden, ja des Klos ters Schweine
triebe man auf ihre Felder, ohne daß sie es wehrten. Überdies beschwerten sie
1 ®) HeDok, Die PMöMerung der Stadt Brsge nz 197 ff.
’) Ti zian, Gin Mchrevaurr Hartular, Archiv f. GeichUchte und Landeskunde 5 S. 90.
2) Zeh entbeschüLb 1506: „Ob der Rüti" Mehr. 138.