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Full text : Rieden und Vorkloster. Eine siedlungsgeschichtliche Untersuchung

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Wann mier nur hin und wiede r ein Roß were, mit was wol ten mier die
Wühre mac hen und fönten mier unser allergnedigisten Frauwen, Frauwen
Landtsfürstin mit Forspan und Saltzfuhr nit mehr auswarten, wie biß dato
besc hen ist. Habe ich auch nicht ermanglet, bey Em pfang hoch oberkheitlichen Be°
felck, den 3. et 4. Julli 1769 ich es beiden Gemeinden vorgehalten und zue
wissen gem acht und haben es alle vor ohnmöglich angesechen es köne nit beschen
 und solle einem wohllöbl. Oberambt vorgestelt wecken, warum es nit
beschen föne, sambt underthenigster Abb ittung, man mec hte beide Gemeinden
in dem alten belasten. Ander dem 21. Julli 1769 habe ich dessen wegen löbl.
Oberambt schon schriftlich überrei cht und eingeben, selber hero habe ich von keinem
 eintzigen Mann Nit gehörth, das mann einöde n solle noch wolle, und ist
bey uns dessenwegen alles im Ruestandt."

Die Atmende umfa ßte das sumpfige Seeuser, dann den der Überschwemmung
 durch die Ach of tmals unterworfenen Ufergürtel; das Öhraholz zieht sich
am Ste ilabfal l der Ölrainterrasse dahin, das Feldmoos bil det die sumpfige
Mitte eines einstigen Gletscherzungenbeckens. Das Mösle liegt in der Mulde
au f d em Stieb erste m, wo ! sich eb enfalls das Master sa mmelt e. Heute erkennt man
hier fr eilich fast nur mehr an dem Graben, der in den Gumpen mündet, den
einstigen Zustand. Die Namen sagen es ja noch. 'Nur in der Reute bei Schendlinge
 n war der Boden günstiger.

Jahrhunderte lang kommen diese Fluren immer wieder als gemeinsam
ge nutzte Streuemähder,3) Weiden oder Wälder vor. Bon der Achmündung bis
an den Fallenbacher Stein herrschte eine große 'Weidegenossenschast.

Gegen Kennelbach war die Grenzest „..der beklagten Gemeindsleuthen
zue Ri eden angehörige Ziht und Marcken, sowohlen das wilde Holz auf der
Ach disseiths zu samblen und zue haimbsen, als den Waidgang zue gebrauchen
ni chts weithers als bis ahn den Fallendenbacher Stein, woselbsten das Wasser
herabfallet, bis ahn Kasten ahn der Achbrugg, was gegen Niederholz gelegen
ist." Kennelbach hatte de mnach noch d^ie /I nsel in der Ach beim Liebenstein in
ihrem Besitz. Während aber in Kennelbach viele Höfe ihre eigene n Weiden
hatt en uNd nicht zum gemeinsamen Biehtrieb schlugen, gab es das in Ri eden
bis auf ganz wen ige Ausnahmen nie. Am 3. September 1649 (Oberamtsprotokol
 l 9, 125 b) wird ein Streit zwischen der Gemeinde Rieden und „Martin
Zwickhli an der Bruggen " vor dem Amt entsc hied en. Zwicklis Weib wollte „dem
Hirten" nicht mehr zu essen geb en. Zwickli selber sagt, „er thie sein Mh absonderlich
 halten lassen, wolle dem Hi rten was Gelts geben." Das Amt empfie hlt
einen Vergleich. Die ganze Gemeinde hatte also einen Hirten, der von allen
Gemeindegenossen verköstigt wurde. Einzelhöf e gehörten einer solchen Gen ossenschaft
 entweder nie an oder trat en, wie in die sem Falle so bald es ging, aus.

Die Weiden waren von den Fe ldern durch einen Zaun geschi eden. An den
Ausgän gen in die Weide befanden sich Tore. Daher der Flurname „am vordern
Hirtentor" bei Schendling en.

Er weist auf ein zweites Tor in der Nähe, eben das „hintere", wei ter gegen
den Stein zu, beim Bese nhag.

Ein „Gatter" be fand sich 1563 ob dem Schnabelgut. (Mehr. Arch. 324).

3) Sie „Gemalndtsstreue" im Borklofter wurde am Sag vor i9Mid^alete ab 12 Uhr
gameiraam gemälzt. Bon jeld^ m Hains durfte dicche i nur eine Person arbeiten (Mühe. Arch.
1070 Ende b. 118. Ja hrhun derts).

4) Oberamtsarchiv, Streitsachen 48, »am Jaihr 17134.
            
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