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Full text : Die Belagerung und der Entsatz der Stadt Bregenz im Jahre 1408 und deren Retterin Ehrguta mit ihrem vermeintlichen Denkmale

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Schlösser und Festen der Montforter Grafen flüchtete sich Graf
Wil helm von Montfort- Brege nz mit seinen Getreuen nach
B regenz, um sich mit Hülfe der schwäbis c hen Ritter vom St. Georgenschilde
 in der Stadt und auf dem Pfannenb er ge zu halten. Ihm folgt
sein jung es Weib Hergot ha treu zur Seite. Durch die sorglosen
F einde flieht sie in bäuerische Tracht gehü llet gen Rank weil, wo
deren Hauptleute lagen und lauscht in dunkler Zechstube verborge n
nach Kund schaft. Sie hörte von den Betrunkenen: „Uns werde die
Nacht in Bregenz ein Mahl gewürze t, wie’s keine r vermuthet, wie
keiner es träumt.” Achtlos auf Schnee und strömenden Regen (bei
der stren gsten Kälte? ) eilt sie auf geheimen Wegen Land ab, von
der F einde wild em Ge schrei umtö nt und dem Hufschlag der Rosse ,
und erreicht glücklich den Pfannenberg . Bald raus cht der sic here
Feind in buntem Gew irre einher, der Graf und seine Helfer beset zten
die Hohlwege und stürzen wie Lawinen mit solcher Kühnheit auf sie,
dass nur drei entflohen! Zum Schlü sse: Ihr Bildnis s verewi gt die
Kunde — auch nennt ihren Namen der Wächter stets,—bevor er verkü
 ndet die Stunde, — und mahn et an Sie — die, als keine r mehr
wachte, — für alle sich selber zum Opfer brachte.

Dagegen ist zu sagen: Des Grafen Wilhe lm Gemahlinn war
Kunigunde, T ochter des am 10. Nov ember 1400 vers torbenen
Grafen Donat von Toggenburg. Es ist sehr zu bezwe ifel n, dass
die Gräfinn unter die feindlichen Hauptleute in Rank weil, das,
fünf Stunden Weges süd lich von Bregenz gelege n, damals zum Bunde
ob dem See gehö rte, sich zum Spioniren einschleichen konnte, ohne
von denselben oder den dortige n Landleute n erkannt zu werden ! Wie
kam sie so l eicht über die Bregenzer Aach oder die Aachbrücke, die
gewiss wohl bese tzt war, und was hatte ihr Gema hl auf dem Pfannenberg
 zu wei len, wo er von den Bela gerern der Stadt leicht abgeschnitten
 werden konnte?— Seine Stelle war Bregenz selbst,
besonders die feste obere Stadt .

Auch das Landvolk um Feldkirc h und Rank weil erzählt den
Verr ath des Anschlags auf B regenz durch eine Bettlerinn 1).

Männ er aus der Schweiz und vom Bunde ob dem See, die in
einer Tafern e zu Rank weil bei ve rsper rter Thüre Rath hielten,

J) Nach einer Mittheilung des Herrn F. Karl Zimmermann aus Sulz bei Hankweil.
            
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