Bannfl uch über ihn aus, der König verhängte die
Reichsacht über ihn, erklärt e ihn aller seiner Länder verlustig
und forderte alle Welt auf, sich ihrer zu bemächtigen,
was man sich nicht zweima l gesagt sein ließ.
Alles verloren- gebend, stellte er . sich dem Kon zil
und König, die ihn gefangen setzten. Er war im Volksmund
nun „Friedrich mit der leere n Tasche ". Im langen
Gefän gnis wurde er ein anderer. Er beschloß die
Flucht. In der Nacht vom 30. März 1416 bewer ks telli gte
er diese mit zwei getreuen Knechten, Ulrich Keßler und
Ko nrad Selrich, glückli ch. Ueber Feldkirch kam er zu
Roß um Mit ternacht vor das Bludenzer Tor. Man
klopfte an. Der Wäch ter fragte von innen, wer da wäre.
Man antwortete, es wäre Halt Einer da. Der Wächter
sagte: Ein Dreck vor dem Tor ist auch Ein er, kannst du
nicht melden, wer da ist, denn es sind seltsame Läufe
vorhand en, und „man lot nit ein feklichen ein " Da gab
man ihm zur Ant wort: Es ist der Herzo g Friedrich von
Oester reich da, drum laß ihn hinei n, und wil lst es nicht
glauben, so geh zu seinem Wirt, dem Schädler, und
heiß ihn daherkommen. Da lief er nun eilend s nach dem
Schädler; der kam und ließ ihn herein. Hierau s rief
Herzo g Friedrich nach dem Wäch ter. Di eser fiel ihm zu
Füßen und bat seine fürstli che Gnaden um Verze ihung
und Vergebun g für feine gr oben Worte. Da sprach seine
Gnaden, es wär ihm ganz recht geschehen, lud ihn zu
Gaste und sche nkte ihm eine Gabe. Am ander n Morgen
in der Früh ritt der Herzog über den Ar lberg gegen
Innsbruck, und es begleiteten ihn die von Bludenz
über den Arlen. — So erzählt uns schlicht offenbar ein
Bludenzer über diese gelungene Flucht. — Das maßlos
ge hässige Vorgeh en vom Kon zil und König gegen
ihren Landesh e rrn, sein namenloses U nglück, die kühne
Flucht und seine Leutseligkeit bracht en eine solche Umstimmung
im Volke zuwege, daß es ihm nicht nur treu
blieb, sondern auch wiede r zum Besitze des größten
Teils seine r Länder verhalf . Als daher nicht lange darauf,
im Jahre 1419 Graf Albrecht sta rb, seine
Herrschaft Blud enz und Montafon dem
Hause Oesterreich ohne weite res huldigte, und
den Herzo g Friedrich um Bestätig ung ihrer Freiheiten Freiheiten