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Full text: Ueber den zweiten Teil des Vorarlberger Lesebuches : eine kritische Betrachtung an der Hand von Ferdinand Büngers Entwicklungsgeschichte des Volksschul-Lesebuches

sollten, wie sich Dort und Zache decken. Gewiß wäre 
manche wertvolle Beschreibung, die sonst, weil zu schwe r, 
abg elehnt werden muß, auf diese firt der Schule zugä ng­ 
lich zu machen. Endlich sei darau f verwiesen, daß die 
Einleitung zu diesem Stucke zwe cklos dien Platz verstellt, 
so berichtet ein Fremdenführer, aber kein Lesebuch. 
Die die eben besprochene Nummer wird auch nicht 
allzu große Schwierigkeiten bieten: „Die landschaftliche 
Lage Wiens". Gut verwendbar ist weit er: „Bur g enland", 
dann „Semmering" bis auf den Abs atz, der die möglichen 
Linien für die Semmer ing bahn aufz ahlt. Det ter ist recht 
willkommen: „Eine Dona ufa hrt" und „Großglockner". 
Weni ger einverstanden sind wir mit den Beschreibu ngen 
„Dachste in", „Im Sälzkammergute", „Schneebergbahn" 
und „Steirisches Wurtal". Ihr Wert für die Schule steht 
etwa auf der selben Stufe wie „Saminatal" und „Gottes­ 
ac kerw ände". Keines diese r vier ist imstande, IM Kind 
ein Bild des beschriebenen Gegenstandes zu erzeugen, sie 
wer den ihm nichts sein als eine lang we ilige Aufzahlung 
von fremden Namen , hiermit ist wirklich nicht ges part. 
So sind in der Beschreibun g des Salzkammergutes über 
fün fzig Namen von Grtschaften, Berg en, Seen, Tälern 
genan nt, im „Dac hste in" fast vierzig. Ulan mache noch 
eine Stichprobe auf die Tauglichkeit mit der Einleitung 
zu „Dachs tein" Jjjas fall diese gen aue Umgrenzung für 
Kinder? Leere Namen ! Sie kann nur von einem guten 
Kartenleser auf einer Spezialkarte gefunden wer den, 
wird jedo ch sicherlich nur aus wissenschaftlichem oder 
etwa noch aus sportlichem Interesse gesucht. 
Die Stücke: „Nus der Ge schichte Steiermarks", „Re­ 
publik Gesterreich", „Der Bu ndes staat" gehöre n nicht in 
ein belletristisches Lesebuch. Können die meisten der 
prosaischen Darstellungen diese s Teiles Überhaupt kein en 
Anspruch er heben auf Klassizität, der haupteigenschaft 
von Stü cken eines bell e tristi schen Lesebuches, diese drei 
Sac hen sind ganz offenkundig mit ander er Absic ht eing e­ 
stellt, nämlich als Lehrstoffdarstellungen. Wir begrüßen 
zwar alle drei und wünsche n so gar, daß jedes Bundesland 
mit einem ähnlic hen geschichtlichen Rückblick, den letzten 
Absatz abgerec h net, bedacht wäre. Die Abhandlung über 
Kärntens Dolksdialekt weckt in uns den Wunsch nach 
einem Stücke über unsere Mun dart. Es würde nicht 31
	        
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