Skip to main content

Full text: Ueber den zweiten Teil des Vorarlberger Lesebuches : eine kritische Betrachtung an der Hand von Ferdinand Büngers Entwicklungsgeschichte des Volksschul-Lesebuches

gefördert? Was muß ein Les ebuch enthalten, wenn un­ 
sere Väter nicht ver gebens ger ungen haben sol len? Wir 
wollen UNS nicht damit aufhalten zu zeigen, wie in den 
Jahrhunderten langsam ein Stein zum andern kam, bis 
endlich alle Stoffe und Motive gefunden waren , die 
einem Lesebuche nicht mehr fehle n dürfen, sondern gleic h 
hersetzen jene Stelle aus der Entwic k lun gsgesc hichte von 
Bünger, wo es von einem 1847 erschienenen Lesebuche 
heißt: „2um ersten Male erreichte das volksschullese­ 
buch den Stan d, welcher der Aufgabe der Erziehung un­ 
serer Juge nd entsprach. Alle die großen Trziehungs- 
saktoren: Uützlichkeitszweck, poetische Erhebung, Spra ch­ 
kunde, Vaterlands- und Gotteslie b e waren instinktiv 
und bew ußt von dem Manne, der mitten im Landvolk 
arbeitete, berücksichtigt und innig verwoben." 
hier also stehen sie, die Namen jener Mächte, die 
nicht nur imstande sind, das Leben der Völker zu beei n­ 
flus sen, sondern zu ge stalten, zu bestimmen, hier stehen 
sie, die unsere Vater mit unsäglichen Mühen gesu cht, zu­ 
sammengetragen und in richtiger Weise ins profanbuch 
eingefügt haben. Ein Gefü hl der Ehrfurcht überkommt 
uns, die Ergebnisse Jahrhunderte langen Forschens 
li egen vor uns, ein Gefü hl der Ehrf urcht aber auch vor 
den Dingen selbst , die da genannt sind: Gott, Vaterlan d, 
Poesie, Nat ur. Etwas höheres, heiligeres gibt es nicht 
mehr, nicht im Himmel und nicht auf Erd en. Wir ver­ 
stehen ganz wohl, es hand elt sich, wie oben schon ange­ 
deu tet ist, nicht nur darum, daß von dies en höch sten 
Dingen die Rede sein müsse IM Les ebuche, sondern, wir 
wollen nur einiges nenne n, auch darum, wie jeder 
Fakto r einzugreifen habe: dann daß sich Nicht der eine 
auf Koste n des andern ausbreite, ihn gar verdränge, 
vielmehr alle in richtigem Maße und in richtiger Art, 
wie es die Kindesnatur verlangt, vertrete n seie n, fer ner 
in welcher Ausdruc ksform von diesen hohen Dingen zu 
den Kinde rn gesprochen werden solle . All das und noch 
manch anderes gehört mit zur Arbeit, die unsere Vor­ 
fahren gele istet habe n. 
Gehen wir nun in die Einzelbesprechung ein, indem 
wir ein Motiv nach dem andern v orneh men^' 
Anschließend wol len wir UNS eine Meinung zu 
bilden versuchen, wie das neue V orarlberger Lesebuch Lesebuch
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.