gefördert? Was muß ein Les ebuch enthalten, wenn un
sere Väter nicht ver gebens ger ungen haben sol len? Wir
wollen UNS nicht damit aufhalten zu zeigen, wie in den
Jahrhunderten langsam ein Stein zum andern kam, bis
endlich alle Stoffe und Motive gefunden waren , die
einem Lesebuche nicht mehr fehle n dürfen, sondern gleic h
hersetzen jene Stelle aus der Entwic k lun gsgesc hichte von
Bünger, wo es von einem 1847 erschienenen Lesebuche
heißt: „2um ersten Male erreichte das volksschullese
buch den Stan d, welcher der Aufgabe der Erziehung un
serer Juge nd entsprach. Alle die großen Trziehungs-
saktoren: Uützlichkeitszweck, poetische Erhebung, Spra ch
kunde, Vaterlands- und Gotteslie b e waren instinktiv
und bew ußt von dem Manne, der mitten im Landvolk
arbeitete, berücksichtigt und innig verwoben."
hier also stehen sie, die Namen jener Mächte, die
nicht nur imstande sind, das Leben der Völker zu beei n
flus sen, sondern zu ge stalten, zu bestimmen, hier stehen
sie, die unsere Vater mit unsäglichen Mühen gesu cht, zu
sammengetragen und in richtiger Weise ins profanbuch
eingefügt haben. Ein Gefü hl der Ehrfurcht überkommt
uns, die Ergebnisse Jahrhunderte langen Forschens
li egen vor uns, ein Gefü hl der Ehrf urcht aber auch vor
den Dingen selbst , die da genannt sind: Gott, Vaterlan d,
Poesie, Nat ur. Etwas höheres, heiligeres gibt es nicht
mehr, nicht im Himmel und nicht auf Erd en. Wir ver
stehen ganz wohl, es hand elt sich, wie oben schon ange
deu tet ist, nicht nur darum, daß von dies en höch sten
Dingen die Rede sein müsse IM Les ebuche, sondern, wir
wollen nur einiges nenne n, auch darum, wie jeder
Fakto r einzugreifen habe: dann daß sich Nicht der eine
auf Koste n des andern ausbreite, ihn gar verdränge,
vielmehr alle in richtigem Maße und in richtiger Art,
wie es die Kindesnatur verlangt, vertrete n seie n, fer ner
in welcher Ausdruc ksform von diesen hohen Dingen zu
den Kinde rn gesprochen werden solle . All das und noch
manch anderes gehört mit zur Arbeit, die unsere Vor
fahren gele istet habe n.
Gehen wir nun in die Einzelbesprechung ein, indem
wir ein Motiv nach dem andern v orneh men^'
Anschließend wol len wir UNS eine Meinung zu
bilden versuchen, wie das neue V orarlberger Lesebuch Lesebuch