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Full text : Schloß Neuburg. Gemeinde Koblach bei Götzis

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österreichische Besatzung, hiefür ein gutes Zeughaus mit dem
erforderlichen Geschütz, Hand mühlen und alles, was zu einer Festung
gehört.

Ueber die Inneneinrichtung der Burg im letz ten Viertel des 15. Ja hrhun derts
berichtet uns ein noch vorhandenes In ventar von 1479.5) Hiernach befanden sich auf derselben
 außer den kirchlichen Jnventarstücken für die Schloßkapelle, als Paramenten und
Kirchengeräten: kriegerisches Rüstzeug, Hausrat, Küchenge r äte und ver sch ieden tliche Leb ensmittel
 und Vorräte. Aus dem Jahre 1616 liegt gle ichfall s ein ausführliches Inventar der
damaligen Wehrausrüstung des Schlosses nebst der kirchlichen Requisi ten für die Kapelle

vor, nämli ch im Feldkircher Herrschaftsurbar von diesem Jahr. 3a) Das letz tere Inv entar läßt
nicht gerade auf besonders tüchtige Kriegsbereitschaft schließen und auch das Reg ister der
Paramente und Kirchengeräte erweckt den Ei ndruck einer allmählich verblassenden Herrlichkeit.
— Ein im Gemeindearchiv Koblach 4) vorfindlicher Dermögensauswei s der Pfand sc haft Neuburg
 von 1787 enth ält nur das Verzeichn is der Lehenszinse und lebenslänglichen Besta ndg
 elder der Lehensleute.

Im vorhin genannten Jahr 1744 — es war im österre ichisc h en Erbfolgekrieg,
 als der Franzosenanstur m gegen unser Land erfolgte — ward
die dort gar ni sonieren de Mannschaft mit aller vorhandenen Ar matur
nach Bregenz gezo gen und blieb die Beste seitdem von Mannschaft und
Mun ition entblößt. Damals unter Maria T heresia wurde die weiter e
Erhaltung der Festungswerke nicht mehr für zweckmäßig befunden, wenn
auch die Geb äu l ichkeiten noch zeitweilig zur Verwahrung von
Staats- und and eren Verbrechern diente n. Die Werke verfielen
 mit der Zeit und stürzte n stellenweise ein. Darum wurden sie im
Jahre 1767 vom Ren tamt Feldk irch zur Abtr agung (!) an Georg Loacker
Von Götzis, Sta bhaUer des Gerichtes Nankweil und Sulz, und seine
Konsorten um den Preis Von 1100 fl. übe r lassen; die Ruine n dienten
dann wirk lich zeitweilig als Steinbruch. Heute sind sie im Besi tz der Gemeinde
 Koblach. —

Der Standort von Beste und Schlo ß Neuburg ist einmal ein geschichtlich
 und strategisc h bedeutsamer, insofern e dieses Bollwerk so ziemlich
 mitten im Lande und seinem kultu rell hochentwickelten Hauptt ale gelege
 n, Ober- und Unterland scheidet und an der Stelle eines wichtigsten
natürlichen Sperriegels die ganze Landschaft gegen Süden und gegen
Norden zu beherrscht; ihm ei gnen aber auch außerde m hervorragende
landsc haf tliche Reize, indem das Schloß inmi tten eines entzückenden Talund
 Gebirgspanoramas thronend sich erhebt, wie schon ein flüchtig er
Rundblick vom Schloßberg aus auf die näh ere und Weitere Umgebung
uns zeigt.

Diese r Schloßberg bildet gegen N und W eine steil e Felswand, während
 er im 0 und S sanf ter ansteigt . Das mit Tannen bes tandene Burggel
 ände weist bedeutende Unebenheiten des Bodens auf, der im SW am
mächtigsten au fsteigt und hier noch die m ar kantesten Ueberreste trägt. Von
der Höhe aus er öffnet sich ein überraschender Ausblick: Gegen Norden
erschaut das Auge über die Vorhüge l des benac hbarten Kummenberges
hinweg die Bodenseegegend und die schwäbisch-bayrische Hoche bene. Von
Osten dräut trot zig der altersgraue Turm der Neu-Montfort herüb er; bei
sein em Anbli ck erinnern wir uns, wie die Montforter Grafen dortfelbs t,

3) mit get. von Zingerle: Mittelalterliche Jnventare (1909), S. 3—5.
3a) Landesa.; die Verzeichniss e im Wortlaut mit get. von I. Gasser in Zts chr. Alemania,
1. Jgg. (B reg. 1926), S. 1—5.

Y im Landesa. erliegend.
            
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