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hier unten im Wortlaute folgender Inh alt *) zur Genüge beweis t) daß ich die
Spaltung nicht nur nicht wollte, sondern daß ich auf Mittel dachte,
die bereits entstandene Spaltung wieder aufzuheben.
*) Wien, 11. Mai 1880.
Geehrt er Herr Adolf Rhomberg!
Sie haben früher iv iede rholt im enge ren Kreise, sowie auch in der Versammlung Dom 2. ds.
im Kasino zu Dorilbirn erklärt, das bea bsi chigte, resp, jetzt gegründete Blatt solle ein Lokalblatt
für Dornbirn sein und dein „G c meind eblatte" die Spitz e biethen. Sie haben sich auch darauf be
rufen, daß auch ich chon diesen Geda nken ausgesprochen. Es ist wahr, jedoch nur unter gewissen
Voraussetzungen habe ich auch für die sen Gedanken geivirkt und im Vere ine mit dem Castn o und
dem „Volksvercine" und dem „Volksblatt" die „Verei nsbl üthen" in einer nicht unbedeutenden Zabl in
Dornbir n eingebür gert. Zur Zeit, als ich noch Kasinovorstand war, waren die „Verei nsbl üthe n" in
ca. 500 Expl, in Dornbirn verbreitet als monatlich 2 maliges Blatt, und es war und blieb auch
seither Gele gen heit die „Vereinsblüt hen" ill hervorragender Weise für Dornbirner Angele genheiten zu
benützen. Diese Gel egenhei t besteht.heute noch.
Die „Verei nsbl ütheu " stehen einem Wochcnblatte nur in einer Beziehung nach, nä mlich in dem,
daß sie nur alle 14 Tage erscheinen. Wollt e man die „Verei nsbl üthe n" alle Wochen erscheinen lass en
und die Correspondcnteu von Dornbirn dieselben für Dornbirner Zwecke in hervorragender Weise
benützen wolleii, so würde dieses für den Volks verein allerdings mit einer jährlichen Mehrausgabe
! von ca. 800—1000 fl. verbunden sein. Wäre Jemand da, welcher dem Vereine durch wenigstens
5 Jahre 800—10 00 fl. zur Verwendung für Mehrkos ten einer Wochenausgabe der Verein sbluthe n
zu spcndiren zusicherte, so glaube ich ganz sicher , daß der Ausschuß des Volk sverei ns bereit wäre,
wöchentlich 2—3 Spalten für Behandlung der Dornbirner-Angelegenheiten und Dornbirner Rach
richten, welch e mit der Te ndenz des „Volksblattes" und des Volksvereins in Uebereinstim mun g stehen,
zur Verfügung zu stellen. Einen solchen Antrag würde ich mit Vergnügen im Vo lk svercinsausfchu s se
unterstützen und nach mei nen bes cheidenen Kräften realisiren helf en. Nachdem nach Mittheilung des
hochw. Herrn Pfarrer und Anderer Hoffnung vorhanden ist, daß Sie die „Dornbirner Zeitung"
aufgeben, so erlaube ich mir Ihnen obangeführten Geda nken mitzutheilen.
Mit aller Hoc hac htung und freundlicher Beg rüßung verhar ret ergebenst
Johannes Thurnher.
Bei Verfasiung dieses zweiten Briefes glaubte ich — (im Gegensatze zu der be
reits gewonnenen Anschauung mehrerer mei ner geehrten Gesi nn ungsgen ossen, die, wie
ich nun gestehen muß, richtiger urthei lten als ich) — da mals noch fakti sch daran,
daß Herr Adolf Rhomberg mit sein er Zeitungsgründung nur dasjenige wolle und
anstrebe, was in dcni Programme se ines Blattes stand und was er mündlich zu
sicherte; deßhalb war ich auch in diesem Bri efe bestrebt, ihm Mittel und Wege an
zudeuten, durch welche die von ihm in seiner Zeitung angegebenen Zwec ke auf ande re
einträchtige Weise erreicht werden können. Nachdem jedoch Herr Adolf Rhomberg
von dieser Andeutung kerne Notiz genomm en, obwol auf dem von mir ang edeutetcn
Wege sein und seiner Zeitung angegebener Zweck sich beiläuf ig mit nur dem halben
Kostenpreise der „Do rnbirner Zeitung" und in mindestens zwei -oder dreifachem Maße
und dazu in Uebereinstimmu n g mit dem „Volksblatte" und mit der conservativen
Partei erreichen ließ, da war rch freilich gezwungen, meine frühere gute Meinung
aufzuge ben und ich muß nun vielmehr, wie auch die Anderen, daran glau ben, daß Herr
Adolf Rhomb erg außer den bis heute zugestandenen Zre len mit seiner
Zeitu n gauch noch andere, bis heute öffentlich noch nicht zuges tandene
Zwecke verfolgen wolle und s. Z. verfolgen werde, selbst um den
Preis der gestörten Ein igkeit und der bewirkten Spaltung.