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Full text : Beiträge zur Rechts- und Culturgeschichte des vorarlbergischen Gerichtes Tannberg

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Erzherzog Sigismund den Tannberg e rn 1521 ein Privilegium verl iehen, dass
sie statt der frülier bezah lten hundert Gulden künftig nur fünfzig rheinische
Gul den als Steuer zu entrich ten hatten. Die Jahreszahl muss falsch sein,
vielleicht lautete sie 1471; an der Richti gk eit der Angabe ist im übri gen
nicht zu zweifeln. Jetzt war die Gelegenheit geboten , die Abga be zu erhohen;
 die Regierung strebte jedenfal ls an, sie wieder auf die hundert
rheinischen Goldgulden zu bri ngen, indem den Mittelbergern fünf zig auferlegt
wurden und die Tannberger wohl auch ihre fünfz ig weiter lei sten sollten.
Diese strâ ubten sich aber dagegen, ja sie wollten noch immer die Theilung
des Gerichts verhi ndern.

Dies ergibt sich aus einem Befehl der Regierung vom 22. November
1563. Nach demselben hatten sich die Tannberger wider die Mit telberger
und wegen der St euern, des auferlegte n Taverngeldes und des Schen kpfen nings
beschwert und Abschriften ihrer ,,freiheite n“ vorgelegt. Bei der Abson d erung
der Mitt elber ger vom Gerichte sollte es jedoch, wie der Erlass besagt , nach
der BewiUigung des Kaiser s und der entsprechenden ausgegangenen Regierungsve
 r ordnu ng bleiben ; über das andere wurde von Vogt und Amtleuten
 Bericht gefordert. Wie wenig ernsthaft die Angelegenheit genomme u
wu rde, inag man daraus erseh en, dass fast fünf Jahre spâter das Gutacht en
der Herren in Bre genz noch nicht eingetroffen war; am 16. Mârz 1568
wurde dasselbe betri eben, da die Tannberger ,, yetz wider um ben“ um Bescheid
 angehalten hatten . Der wei tere Verlauf dieser Sache ist mir nicht
bekannt32).

Wir haben aus dem Erlasse der Regierung vom 19. Mai 1561 ersehen
 , dass die Mitt elberger mit einem eigenen Amm ann und Gericht nach dem
Must er des Tannbergs — „inm assen wie die thann bergis chen undtertha nen “,
lautet es wôrtlich, — begabt werden soll ten. In dem Fr eih eitsbriefe vom
1. April 1563 heisst es, dass sie dem alten ôsterreichischen Theil der Herrschaf
 t Bregenz, wohin sie ohnedies bisher gehorte n, unmittelbar und un theilbar
 einver leibt und wie die folgs amen Unterthanen der Gerichte Hofst eig
und Linge nau dem Kaise r und den Vôgte n und Amtle uten ge nannter Herrschaft
 in Gebote n und Verboten gehorsam sein sollten; es habe auch „in
den frâvenlichen verhandlungen11, w elche der Obrigkeit in Bre genz zu strafen
zustünden, die Fre velordn ung des alten Theils, wie sie in den genannten
Gerichten Hofst eig und Lingenau geübt werde, in Mit telberg zu gelt en.
Da raus wird man vielleicht schliessen dürfen, dass man in Bre genz mit den
Hofste igern und Lingen a uern zufrie dener war als mit den Tannbergern.

Gleichwohl ist es unzweifelhaft sicher, dass die Mittelberg er den Gerichts-
 und Landsbrauch des Tannber gs nach der Theilung des

32) Jedenfall s werden die Tannberger nicht viel erreicht haben. Nach jenem ober amt lichen
Berichte von 1747 wurde das Privilegium Siegmunds spâ ter nicht mehr beachtet, sonder n dem
Gerichte Tannberg eine Steue r von 69 fl. 19 kr. und 6 hl. auferlegt.
            
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