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die Noth erforderte und man die Vôgte und Amtleute nicht erlangen kônnte,
oder wenn die Gebote des Gerichts nicht hülfen, von Herrschaft wegen Gebote
und Verbot e oder anderes, was von Obrigkeit wegen zu thun und zu
handeln n ôthig wâre, zu erlassen, um Einigkeit, Friede und Recht zu erhalten.
Nun hâtten Ammann und Geri cht ,,durch sich selbs oder ire gerichtspotten
und knecht“ dem H enslin „uss nottürfftiger ursach von her r schafft
und ir selbs wegen pott uff das hô chst gethon“ ; es gen ügte ihm aber
keines wegs, auf diese Ge bote nicht zu erscheinen, sond ern er sagte, dem
Fürsten zur Schmac h und zu dessen und des Rechts und der Billigkeit
„érklainung“, „er gobe, mit züchten zu red en, ain d . . . . umb sollich pot t.“
2. Als der Vogt von Bregenz Mark Sittich von Ems beim Kaise r im
Niederla nd im Feld lag, und der Amtman n Jos Wit ter die Vogt ei verwaltete,
nahm die ser Mathissen Cristlin, „dem got gned ig sey“, ab Tannberg „von
herrschafft,' o berkait und pflicht wegen “ gefangen, „als besc hehen lut ainer
urfehe “, die eingangs also lautete: „Ich Cris tan Elsenson ab T hanberg bekenn
offenlich unnd thun kund menigklich mit dem brief f, als ich dann
in des edlen , g estrengen hern Mercksittichen von Emps zu Hohenemps, als
dertzeit rom. kais. und hispan. k ônigl. maysta t etc. unnsers al lergnedigi ste n
hern und landsfürsten, des hus Oest errei ch vogt zu Bregen tz, vencknus
komen bin, von wegen das ich b y nechtlicher weyl Melcher W eltin in seine m
ab wesen in sein schlaffkamer one seiner hausfrowen wissen und willen gangen,
mich darin vers chlage n (vers te ckt), wie ich dann von seiner h ausfrawen gefunden
unnd beschrugen (b eschrien ) word en bin, und daz ich dartzu nach dem
allem gedachten Weltin yber frid und trostun g wund ges chlagen hab etc.
und lut von dato also geben zu Wolfturt am xxiij tag des monats septem bris
nach Cristi, u nsers lieben hern, gepurt getzelt füfftzehenhundert und im xxj
jare.“ Na chdem die Urf ehde auf Befehl des A mtmanns verlesen worden,
Hess dieser vor Geri cht weiter red en, er zwe ifle nicht, durch die Verhaftung
nur das gethan zu haben, wozu er von Herrschaft und Obrigkeit wegen
„gnt fug und r echt“ gehabt; d ennoch habe W illen Henslin nach Cristlins
Gefangennahme gesagt, der Amtmann habe diesem ein Unrec ht zugefügt.
3. Will is Hensli n habe A mmann und Gericht auf Tannberg, die doch
bisher und noch heute allgemein als „fromme“ Ehren- und Biederleute geachtet
se ien, bes chuldigt, sie hâtten sein und seine r Kinder E igenthum mit
Gewalt in ihren Hânden wider Gott, Ehre und Redi t, und auf diese Weise
habe er ihren ,guten lumden, glympf , er und gefüer“ (Nutz en) geschm âle rt
und ges chwâcht .
4. Als der Amtmann kürzli ch (etwa im Mai oder Juni 1523) auf dem
Tann berg gewes en und nach Gebrauch Amm ann, Geri cht und Wei bel gesetzt,
habe er wegen der drei oben aufgeführten Artikel und sonst „vil menigeilay
clagen“ der Unterthanen gegen Hensli n sich vorgenommen, die Anstânde
nach Mogl ichkei t zu beseitigen oder „ze recht ze stelleii“, Da schickte