30
Henslin zu Witt er um die Erlaubnis, angeblicher Geschafte wegen fortgehen
zu dürfen. Der Àmtmanii konute dies „ph licht und ampts halben- nicht
gestatten, und als Hensli n, wie er sich vernehmen li ess, doch hinwegwollte,
Hess jener ihm durch den geschw or nen Gerichtsknecht bei Eidespflicht gebiet
en, „uff Thanberg“ zu bleiben; aber „über sol ich ayds pott und pflicht“
gieng Henslin doch fort, „als of fenbar am tag li ge“.
5. Üllin Baumann, Graff en Steph an und andere mehr haben gemeinsam
mit Henslin ein Gut, genannt im Geissbach, desglei c hen etliche ein Gut
oder Bs tedeli zu Owenfeld, das von dem Mattli herkomen”. Diese beide n
Parteien riefen durch ein ige Jahre Herrschaft und Gericht gegen ihn um
Theilun g an, worau f ihm oft geboten wu rde, nach dem Gerichtsbrauch mit
den Gen ossen zu theile n; bis zur Stunde blieb er hierin ungehorsam.
6. Als ihm der Ge richts k necht auf Tannberg auf Befehl des Ammanns,
„das daim mit dem aman zu thun von der herschaft verschafft ist“, gebot,
die Er btheilung nach dem Tode seines Schwâhers mit seine n Mi terben nach
Gerichtsbrauch vorzun e hmen, und wenn er gegen die Theilgenossen Ansprüche
habe, sie nach dem Rechte zu suchen, „hab er, mit züchte n zu reden, dem
waibel ze antwurt gebe n, er . .'............ im in das pott; desgleichen hab
och Hensli n dem waibel, ob er ime pott von des Rüetzlers wegen geth on,
ze antwurt geben “.
7. Er trei bt sein Vieh am Lech auf die Weide der Nachbar n trotz
aller Verbote derselben; er treibt es trotz des Ve rbots Jorgen Hiltprannd s
und seiner Mit genossen auf ihren Besit z, an dem er doch keine n Antheil
hat. Berne r untersteht er sich, etlichen ihr Vieh nicht geben zu lassen,
obwohl er es gegen sie mit Gant und Recht verloren hat.
8. -Als wegen solcher Ge walt thâtig keiten Vogt und Amtmann ihn verhaften
liessen und thâtlich zu handeln befahlen, redete Henslin abermals
of fentlich, man thue ihm Gewa lt und ünrecht au.
Nac hdem diese Klagepu n kte vorgebracht waren, begehrten Wolfgang
Die trich 36) und Clans von Villenbach im Namen des Vogts und der Amtmann
von dem Richter und den Urtelsprechern, recht l ich.zu erke nnen, was
Hensli n für eine Str afe verwirkt, oder ob die Herrschaft, ihn nach Gnadé
oder Ungnade zu strafen, nicht bef ugt sei; auch wie er Amm ann und Gericht
und dem Amtm ann wegen der Ehrenb eleidi gun g „wa ndel und abtrag“
zu thun schuldig sei „unnd sa tzten daz der gestalt zu re cht; ob aber jema nd
oder er Hennslin vermainte , dem allem nit also were, so begerten sy leut
und brieff, sol lichs wartzemachen, zu ve rhoren, doch sych in überflüssigs nit
begeben, mit weytter vorbehaltung des recht en n ott urfft“.
Auf diese Klage unter stand sich Hensli n, durch seinen erlaubten Für-8B)
Wolfdietrich von Ems, Sohn Mark Sittiehs.