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Full text : Beiträge zur Rechts- und Culturgeschichte des vorarlbergischen Gerichtes Tannberg

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nachfolg; wie dan hierine n aucli beschloss en, wan man sollich ordn ung und
gemec ht wolte mindern oder mehren oder gar ab thuen und in ain bessern
ordnu ng zue bringen, soll der minder daill, nach den güetern und waiden,
dem mehrern in b il lichen sachen nachfolgen". — Es siegelt der ehrsame
und fürneh me Michael Khes sler, Geri chts ammann auf Tannb erg mit seine m
eig enen „ambtsiiis igill“53 ). 4.

Die Jagd.

In dem langen Stre it zwischen den habsbur gis chen F ürsten und den
Grafen von Montfort-Tettnang-Rothenfels wird des Wildbanns auf Tann berg
oft erw âhnt. Graf Hugo X. nahm ihn stets in Anspruch, aber die Vôgte
von Bre genz und die Tannberger erklârten die Ausfü hrun gen des Graf en fur
unwahr und seine angeblichen Rechte als A nmassu ngen. Unter dem Vogte
Freiherrn von Zymmern betonten die Tannberger in einer Eingabe, sie hâtten
den Wildfang und Forst über zweihundert Jahre in ruh igem Besitz ohne
Ansprüche von anderer Seite in negehabt; doch erkannten sie dem Fürsten
aile Obrigkeit des Wildbanns und Forstes zu. Auf dem Tage zu Füssen
(4. Juni 1484) e rklârte der Vogt Wilhe lm von Villenbach, dass den Tannbergern,
 nachdem sie das wilde „Pirg“ in ihre Hânde gebracht und er reutet,
zugelassen worden sei, das Wild zu fangen , und das sei ihnen auch nie gewehrt
 worden. 1492 behaupten Georg Hildbrand, der Ammann auf dem
Tannberg, und seine Beistânder, dass die Mittelberger, wie die Tannberger. mit
hohen und niedern Gerichten, allen Freveln, Zwingen und Bânnen und auch
mit dem Forste gen Bregenz gehorten ; sie hâtten auch ohne jeglichen Einspruch
 in ihrem Gobiete gejagt und gefischt54).

Fasst man diese E r klârungen zusammen, so d ürfte so viel darau s hervorgehen,
 dass auch der Wildbann vom Herz oge Siegmund und seinen Vôgten
in Bregenz gehandh abt wurde, die Tannberger aber die Erlaubnis zu jagen
leicht erhielten. Spâte r wurde jed och die Jagd als Hoheitsrecht streng gewahrt,
 wie sich aus folgenden Beispielen ergibt.

Etwa in das Jahr 1512 ge hort eine undatierte Bittschrift von Am mann
und Rath zu Feldkirch , Bregenz, Bregenzerwald und Torenp üren, von Landammann
 und Gericht zu Rankweil, Sulz und den ,Mitgewanten“ der Herrschaf
 t Feldk irch an die Regierung. Darin heisst es: Pals Peis er auf dem
Tan nberg habe in vergangnen Jahren ,über verpot t, das niemand
dhain Gampsthier schiessen solle“, etli che Gemsen in der Herrschaft
 Sonnénber g geschossen. und als er deshalb von For stmeiste r zur Rede
gestellt und „ beric ht “ worden, habe er demselben gelobt „und mit hand
gege bner triwe an aids statt versprochenn“, den Befehl zu halten. Im

53) Lech. Orig. Perg. Das Sie gel fehl t.
5J) S. Heft I, 43, 46, 74.
            
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