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Full text : Die Geschichte des Rheins zwischen dem Bodensee und Ragaz

54 Die Geschichte des Rheins zwischen dein Bodensee und R agaz:

mit reichlicher Verwendung von Rheinkies verstärkt und auf eine Höhe von 1,4 m
über das Hochwasser vom Jahre 1890 gebracht.

Zum erstenmale sehen wir nun auch in Oesterreich den schon Jahre vorhe r in der
Schweiz eingeführten Rollbahnbet r ie b zur Förderung der großen Erd- und Kiesmengen
angewandt, wod urch es mögl ich war, im Zeitraume von zwei Jahr en die Dämme in einen
vollkommene Sicherheit gewährenden Zustand zu versetzen.

Im Jahre 1886 wurde n die Bau ten als Arbeiten angesehen, die von den Rheingemei nden
mit Unt erstützung en aus dein Meliorationsfonde, der staatlichen Wasserbauverwaltung und des Landes
auszuführen waren; nach dem Gesetze vom Jahre 1892 aber be trachtet e man sie als ein Landesunternehmen,
 dessen Kos ten von denselben vier Beitragsleistenden gedeckt worden sind. Aber in beiden
Fäl len lag die Bauausführung und Leitung der Arbeiten der staatlichen Wasserbauverwaltung ob.

Koste n des Uferschutze s seit dem Jahre 1830. Es dürfte von Int eresse sein,
zu erfahren, waö der Uferschutz vom Jahre 1830 an gekostet hat, wobei sich der Nachweis
nur für die Wuhrbauten und die vom Jahre 1885 an vollzogenen Dammarbeiten erbringen
 läßt. Uebrigens ge währte der Staat schon von Mitte der Zwanziger Jahre an
jährliche Unterstützungen.
Die staatlichen Leistungen vom Jahre 1830 bis 1850 bezif fern sich

auf rund  420,000 fl.
Vom Jahre 1851 bis einschließlich 1899 auf...... ...... ..... ...... ...... ....... ...... .. 1,809,000 fl.
Die Beiträge der Gemeinden beliesen sich auf ungefä hr . . . 490,000 fl.

fo daß die Gesamtauslagen für die Wuhrbauten die Summe von . 2,719,000 fl.
ergeben.

Rechnet man noch die Kosten der Dammbauten vom Jahre 1886 an hin zu, fo
erhöhen sich jene auf 3,72 Millionen Guld en oder ung efähr 7,8 Millionen Franken.

Es entfallen sohin auf den Kilo meter Uferlänge 4^^" = 200 ,000 Fr.

Der Wert des verwendeten Faschinenholzes ist hier nicht mitgerechnet.
Rheinpegel. Es möge hier noch eines auße r orden tlich wichtigen Hilfsmitte ls für technische
U ntersuch ung en, nämlich der Peg el, Erwähnung geschehen, die ( zusammen mit den öste rr. Rheinmarken)'
 im Jahre 1861 so aufgestellt wur den, daß deren Nullpunkte mit dem „verläßlich ermittelten
Niederwasserstand des Jahres 1853" zusammenfall en.

„Rinnsal"« Oeffn ung. Am Schlüsse dieses Abschni tt es müsse n wir noch die
Sprache auf eine Episode lenken, die sich in den J ahren 1883—1886 abspielte, und
die desh alb Interesse bietet, weil ihr einige bemerkenswerte Schriften den Ursprung
verdanken. Es handelte sich um die Frage der Wie dereröffn u ng des „Rinnsals"
(am „Eselsschwanz"), indem sich ihm, besonders durch Verlandungen in den Fünfziger
Jahren und beim Hochwa sser des Jah res 1868 ein förmliches Hochland vorgelagerte hatte,
so daß zuletzt das Wass er nur noch bei außeror d entl ichen Anschwellungen übertreten konnte.

Nach den Angabe n des sc hweiz erisc hen Rheinbauleiters sol lten, glei ch wie in der
ga nzen übrigen st. gallischen Rheinstrecke, auch bei St. Margarethen, Rheineck und Thal
die Dämme erhöht werden und zwar vorläufig, als dringendste Vork ehrung, um das
Maß von 1 m. Diese Gemeinden, deren Geb iete bei hohen Wasserständen der Entwässerun
 g völlig entbehrten^ und durch Schleusen vor dem Eindringen des Rheins

'Sie wur den gegenü ber den Schweizer Steinen ausges tel lt. S. 57.
2 Vgl. Abschnitt I S. 7 fg.
3 Vgl. Abschn. VI.
            
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