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Full text : Der hofsteigische Landsbrauch

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Desgleichen wa ain weib ainer anderen frawen iren eelichen mann
entpf re mbte und hinfüert, soll man auch in solcher mass mit ir handien
und zu ir richten.

Also mainen und woll en wir baid ernstlich, das alle vorgeschribne
Sachen , stuck und art icl hi nfüro ewiglich von uns und den unse rn zu
Brege ntz in dem stattger icht und auf dem land gentzlich und vestiglich
gehalten werden , one alle geverd. Doch so haben wir uns selbs näm lich
ausgedingt und vorbehalten, ob das were, das uns oder unsern erben in
diser ord nung oder gesa tz, als vorsteet über kurz oder lange zeit immer
ic hzit no turftig bedunkte sein, zuemindern oder zuemehren, auf ald
abzesetzen, vil oder lützel. Das mögen wir wol tuen. Doch das wir das
zu baiden tailen samenthaft und mitainanderen tuen sollen und an ders
nichtz, ohne geverd. Des alles zu warem und offnem urkund und steter
siche rhait , so haben wir vorgenannter margra f Wilhelm von Hochberg
unser insig l für uns und die obgenannte unser gemahel , und auch für all
unsere erben, und wir obgenannter graf Stephan von Montfort unser
insig l für uns und uns ere erben offenlich las sen henken an den brief,
der geben ist am nechsten montag nach sanct Lorentzen tag nach Cristi
ge bürt vierzehenhundert jar und darnach im sechsunddreissigisten jar.

Ferne r so haben weylaud der fürs t!, durch!, ertzliertzog Ferdinanden zu

Oesterreicli etc. nnsers gnedi gis ten herrn hochlobseligister gedächtnus, domal en

gewe ste rät, vogt und ambt leut, auch seeli g in lengstabgeloffnem fünfzehenhundert

 sibenzig isten jar die nachvolgenden Ordnungen zu abstellu hg etlicher

missbre üch uud uuges chikter verderblicher haudlungen bis auf wolgefall en

und wide rruefe n in der herrschaft Bregentz hey Vermeidung der peen und

strafen neben etlichen articln begriffen, hinfüro zehalten fürgenomen.

Erstlichen. So woll en höchstgedachter f ürstl . dur chl. zu Oes ter reich etc.
hievor gewesne und jetzige vogt und ambtleut der herrschaft Bregentz
allen und jeden irer durchl. und ertone n, leibaignen leuten und schirmbsv e rwa
 nten im alten und newen tail der herrschaft Bregentz geses sen innamen
des hochloblichen haus Oesterreichs bey straf leibs und guets geboten
haben, das von kainem juden kainer, weder auf li gends noch varends
guet, wenig oder vil, gelt oder geltz wert, nit entlehne, so nder das
dieselben der juden gentzlich und allerdi ngs mües sig gangen und mit
denselben mit anlehen nichtz zehandien, zethuen oder zeschaff'en hab en,
alles bey Vermeidung obbemelter straf.

Zum anderen . Und damit die wiert und gastgeben die wein hinf üro
von den weinl euten desto mer mit barem gelt ka ufen mögen, demna ch
so soll kain underthon oder einsäss der herrschaft Bregentz kainem wiert
über zway pfund pfe ning nit aufschl agen, vil wenig er kain wiert keinem
un dertho nen oder einsässen der herrschaft Bregentz über zway pfund
pfe ning nit borgen. Welcher wiert sol ichs nit hielt, so nder verbrec hen
und über zway pfund pfe ning porge n wurde, dem soll weder pfän d, gant,
gericht noch recht nit verfolgen, sonder dasselbig alles hiemit bey den
richtern und waibl abg estellt und verb oten, da rzue der oberkait ir geb ürende
straf gegen dem wiert und den un dertho nen zueersuchen lauter Vorbehalten
 sein. Darn ach sol len sich die wiert und undertonen entlieh richten.
            
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