578 Burg
zu Wald -Dala as.
1309 einsc'tzenden Beg inn der Salzfuhren von Hall her über un sern Paß. Im tirolischen
Ha lltale wurde nämli ch gegen Enve bc5 13. Jahrhunderts ein neues mächtiges Salzlager
entdeckt und darauf die ulte Saline von Thaur an den Inn verlegt. Der hier rasch aufbluhende
Sjrt ward (nach dem Griechischen) „Hall", d. h. „Salz", genannt; 1303 ward er zur Stadt
erhoben. Bald sucht e man ein erweitertes Absatzgebiet für dieses Produkt und nahm zu die
sem Zwecke eine Weg- und Straßen-Verbesierung vor; zweifellos wurde schon dam als auch
di" Linie bis zur Arlberghöhe verwendbarer gemacht. Seitdem blieb diese Richtung vorzugs
weise eine Salzstraße gegen den Rhein , in die Schwei z und in die Bodenseegegen'd, und
zwar blieb sie das laut wiederholt en Zeugnissen der Gesc hichtssc hreiber bis ins 19. Jahr hunder t.
Diese r rasc he Aufschwung des Salzhandels hatte bei uns zur Folge die Erbauung eines
Salzhauses in Feldkirch, wovon wir 1342 hören, und eben die Errichtu ng des besagten
Zolles in Klösterle.
c) Un sere Burg bei Wald konnte endlich, wie einleitend bemerkt, auch dem Schutze
der Eisen - und Si lb erberg werke der dortigen Geg end dienen. Bergbau auf
Eisen treffen wir in unserem Lande schon lange "zuvor an, ehe unsere Nachbarländer
Tirol und die Schweiz mit dems elben aus treten. Im Dr usustal gau, spä ter Walg au genannt,
gab es schon um 830 laut dem vielzitierten Reichsurbar von Eh urratien ein Eigen es Amt,
einen Eisenbergwerksbezirk, „ministerium f err air es", mit acht Schmelzöfen?) DÜser Be zirk
dehnte sich schon dam als wahrscheinlich zwischen Burs und dem Arlberg aus und umfaßte
Burs selber, das Montafon, den Kristberg und das Klost ertal . Hier sind auch spä ter noch
übe rall Eisei'/ berg wer ke na c hzuweisen. Auf diese spätere Zeit weisen die Namensfor men „Arz.
berg" (iiördlich von Stuben), „Eisental" (südwestli ch davo n) und „Isedälerspitz" (im Hinter
grund des Nenzigasttales südwestlich vom Arlbe rg), während die rom anisc hen Namen sich er
noch älter e Bergwerke bezeichnen: die Flur „Ferrara" (= Eisengrube) auf dem Kri stberg
un weit der Agathakapelle^ Danöfen im Klostertal — bei den Oefen (Uebersetzung des lat.
„foriiaces") und am Spulersee der „V orne tz-Spi tz", der 1783 noch Fornaser Spitz, also ะ^ะ
„Oefenspi tz " heißt?)
Zu Anf ang des 14. Jah rhund erts wurde ein Silberbergwerk entdeckt, nämlich
auf dem hienach benannten Silberberg, Kristberg, „Mons Muntafune", also dem Berg, der
zufolge sein er Bedeutung Nach der ganzen Tal landschaft benannt wurde, wie in der Deschr.
„Palcastiel" schon bemerkt wurde . Don dieser „Argentifodina " , die Reichs lehen war, ist
in der ebendort erwähnten Urkund e von 1319, Okto ber 13?) die Rede: es bewil ligt der
deutsche König Friedrich der Sc höne, der Ha bs burger, seinem Oheün Graf Albrecht von Wer
denber g (Heiligenberg-Bludenz), daß er dtese Silb ergrube, ein Reic hsl ehen, seinem Bruder
Graf Hugo, im Falle eige ner Kinderlosigkeit vermachen dürfe. Seit Entd eckung der Silbe r
grube traten die bisherigen Eisenbergwerke für lange Zeit in den Hinter grun d, um erst gegen
Ende des 15. Jahrhunderts wi eder neu aufzuleben. Die gena nnte Grube war bis ms
17. Ja hrhund ert in Bet rieb. Die Knapps chaft hatte den Namen „Silbrer". Die Knappen
wohnten zahlreich in Dalaas sowie in Stalleh r und genossen besondere Freiheit en, wofür
Bestätigungen von 1402 bis 1569 vor liegen. Dazu gehörte ein eigenes Gericht „Silberberg"
mit einem Bergrichter an der Spitze, der über die Si lbrer die medere Gerichtsbarkeit aus
übte, nährend die hohe dem Gra fen oder feine m Vogte gehör te. Diese ihre gräflichen Herren,
denen sie unterstanden, waren die Grasen von Heiligenberg-Bludenz, wie wir aus der eben
falls schon früher^) besprochenen Vertrngs- und Teilungsurkunde von 1355, Mai 21.?) ent
nehmen. Das Gericht „Silberberg" hieß auch „Gericht über die Eg ge", was so viel heißt als:
vom Klostertal aus jenseits des Kristbergs im Mo ntafon. Bei der Bedeut ung der Knapp
sch aft konnte es nicht ausb lei ben, daß sie, wie sie sich eines eige nen Gerichte s erfreute, so
auch sich eine eige ne seelsorgl iche Betreuung zu beschaffen wußt e" So ents tand zunächst eine
St. Nikolaus geweihte Kap elle 1332, „St. Nik olaus im Tal", spä ter „im Silberberg" ge
nannt. Bereits vor 1431 war hier eine Pfarre, die infolge Eingehens des Bergwerkes zur
Zeit des 30 jährigen Krieges „Silbertal" bis heute genannt wurde . Die St. Agatha-Kapelle
auf der Höhe des Kristbergs erscheint urkundlich schon 1466; der jetzige Kapellbau stam mt
aus dem Jahre 1507, als mit diesem Jahrhundert das vorarlberg i sch e Bergwerkswe sen eine
neue Blütez eit erlebte. 6)
1) Mohr, Cod. dipl., I., Nr. 193, S. 287; Ausg. in Pl antas: „Das alte Rät ien", S. 518 ff.
2)i Vgl. Zösm air „Zur 'Bergwerksgesch. Vrlbgs. (1922), S. 4.
3) Orig, in frs tl. A. Donau eschin gen, Regest , in Furstenberg. Ilrb.-Buch^ V., Nr. 367.
4) Beschr. „Va lcast iel".
B) Kop. von 1657 eines Vidimus ex 1470, im Lan desa.
°)) Zösmair, aa. O., S. 6 f., 9.