Kronhalden. 679
die zweite Hälfte der vormalige n Herrschaft Bregenz, die sogenannte
„Neue Grafschaf t Bregenz", und damit auch das Gericht Hofrieden durch
Aanf an Erzherzog Ferdinand von Tirol kam, verlieh^ das Erzhaus
Oesterrerch das Gut Halden an verdi ente Amtsleute zu Lehen.
So saß bis gegen Ende der 1540er Jahre auf dem Lehensitz das
Bregen zer Bürgergeschlecht der Loh er, nach denen er damals auch den
Namen „Lohergut" oder „Loher hof" füh rte. Mit diesem Lehengnt befaß t
sich auch der um die Mitte des 16. Jahrhunderts angefer t igte „Extrakt
Ar m enserlenalt ar in der Gallusstiftkirche.
aus dem Amtsurbar des Neuen Teiles der Herrschaft Bregenz"4) Itnb
werden hier Größe und Umfang desselben näher angegeben. 1547 ging
der Ansitz von den Lohern an die Edlen v. Wolf urt käuflich Uber.
Mit Urkunde nämlich von Hilariu s tag (14. Jänner) 1547 5) ver kaufen
Margaretha Vögtin v. Sumerau zu Praschberg, weiland Hansen Lohers
seligen nac hgelassene Wittib, dann Mark und Hans Heinrich die Lo her,
Gebrüder, ihre ehel ichen Söhne, an die edle, tngendr eiche Frau Edeltraud
v. Wolfurt, und Hans Jörgen v. Wolfurt zu Wolfurt, ihren ehelichen
Sohn, und alle ihre Erben „das eigen gelegen Gut, gena nnt der Loh e r
H o f unter dem Schloß Bregenz" gelegen, mit Zubehör um 465 fl. Rh ein.
Es ist wohl außer Jweifel, daß das verka ufte Gut hier nicht Babenboll/ an das man
wegen der angeg ebenen GrenAbefchreibung denken könnte, war, sondern eben nur unser
Kronhald en , da laut oben'erwahnten gleichzeitigen Extrakt aus dem Amtsur bar als dama
liger Inhaber des Gutes Babe nboll Jorg Schilling บ. Wi ldegg genannt wird, der auch in
der in Rede stehenden Berkausurkunde น. a. als erbete ner Bogt und Zeuge angeführt ist. °)
*) Mehrerau. A. (Lan desa.), Nr. 869.
5) UrL im Lan desa.; mit get. von Hummel in Muß-Ber. 20 (1880), 6. 54—66, und bei
Keckeis: „Hofriedener Chronik", S. 291; vgl. oben Beschr. Schloß Wolfurt, S. 393.
°) Vgl. Keckeis, aa. O. .