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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 2

746 St. 
Iergenberg 
unteren, von der Pfarrwohnung abgesonderten Teile, wurde die Schule 
untergebracht, und befan d sich daselbst auch bis in die 1890er Jahre die 
Gememdekanzlei. Zum Ansitz gehörte eh edem auch bed euten der Grund­ 
besitz, wie aus einzelnen auf frühere Besitz er be züglic hen Flurnamen, aus 
dem Vorh andensem eines ger äumigen Nebengebä udes und aus münd­ 
lichen Ue berli efer ungen zu entnehmen ist 
Das Haus ist massiv gebaut. Beide Tei le, der obere und der untere, 
sind alt und ist der untere nicht erst, wie schon behauptet wurde, 1840 
entstanden. Ja, es hat fast den Anschein, daß diese untere Baupar tie 
noch älter ist als der auf dem Rand des Hüg els stehende Teil; denn laut 
alten Bauplänen von 1840, die noch im Pfarrarchiv erliegen, 6Otte die 
untere Fassade stilgerechtes goti sches Fenstergewände. Auf dies en Plän en 
ist auch noch der vormalige Verbmdungstrakt zwischen Schlöß chen und 
dem nordsertigen, heute frei stehe nden Oekonomiestadel erstchtlrch. Dieser 
Trakt wurde 1840 abge brochen. Die Hausflur, die man bei dies em Ein­ 
gang betri tt, war ehemals der Saal; in der ger äumigen Pfarrstube sind 
noch mehrere holz gesc hnitzte Wappen der früheren adeli gen Besitz er an den 
Wänden zu sehen. Kunstreiches Getäfer, HWsche Tü rv erk leidungen und 
sonstige Zieraten künd en heute noch von den eh emaligen adeli gen und 
wohlhabenden Bewohne rn die ser Räume. 
Die Erbau er und erst en Bewohner des Hauses waren die Metzler 
v. Andelberg. Sie waren ein Feldkirche r Geschlecht. Zösmair Z hält 
sie für die Ursprünglichen „Metz ger" von Feldkirch, erwähnt 1390—14 14; 
Bergmann* 5) bezeichnet sie, wohl mit mehr Wahrscheinlichkeit, als den 
nach Feldki rch verpflanzten Able ger des bekannten B r e g en z e r w ä l- 
der Gesch lechtes der Metzler. Diese Ausfassung Bergmanns 
scheint sich als die al lein richige durch das na chmals der Fam ilie ver­ 
lie hene Prädikat „v. Ande lberg" zu erw eisen, dem offensichtlich der 
Stammorts-Name Andelsbuch zugrunde liegt. 
^) in: Johanniter Jahrzeitbuch, in Mus.-Ber. 30 (1891), S. 110. 
5) in: Necrol. Aug. Mm. Br ig., S. 44 f. 
®) JDr. Ulmer, Dekan at Bregenzerwald '(1926)- S. 82 f. 
®a) W^-Merkle, I., S. 55 s,.; Ludewig, Vor arlber ger etc., S. 177 (337) น. 282, 2; Berg­ 
mann, aa. O., S. 45. 
7) Bergmann, eb da.: Lebensskizze bei Ulmer , Dekanat Bregenzerwald, S. 320 f. 
8) Zösmair, aa. O. 
B) Bergmann, Necrol., S. 44; Ludewig, S. 219 (7); Lindner, Album Aug. Brig. (Mus.- 
Ber. 41 [190 2/0 3]), S. 37. 
^) Herald. Ztschr. „Adler" (W ien), 9. Ihrg. (1882 ), S. 44: „Alphabet. Register der 
Stand eserhö hung en Kai ser Karls V., die in den im k. k. Haus-, Hof- und Sta atsa rchiv auf­ 
bowahrten Regi s t raturbuchern Kaiser Karls V. eingetragen sin d." 
Die Metzl er waren eines der ältesten und achtbarsten Geschl echte r im inneren Bre­ 
ge nz erwald, nämli ch zu Bezau, Andelsbuch, Schwarzenberg, das funs Landammänner stellte.) 
Dem Br eg enzerwälder Stamm des Gesc hlechtes gehört an Jost (Jodokus) M e tzle r, Konoen- 
titol von St. Gallen, berühmter Geschichtsschreiber und auch sonst bedeutendes Mitg lied jenes 
Kloster s, geb. 1570 zu Anü elsbu ch, gest, zu Wil 1639; 6 78*a) ferner A n t o n M a tz le r, Dom­ 
kapitular u. Generalvikar in Augsburg, geb. 17'80 zu Andelsbuch, gest 1857 zu Augsburg.) 
In Feldkirch erscheinen die Metzle r früh zei tig, b ereits 1416. ) Der 
dortigen Linie gehö rt น. a. an der Mehrerauer Abt Kaspar II. Metz­ 
le r, geboren zu Feldki rch 1526, regierte als Abt 1567—82. 0) — Ein 
Joha nn Metzler erhielt 1530, September 2., zu Ausburg von Kaiser 
Karl V. einen Wappenbrief. 10 ) Unter dem 2. Juni 1561 werde n von 
Kai ser Fe rdinand I. die „Gevettern" Hans und A ท t o n die Mah ler Mah ler
	        
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