Vel degg 783
öic Wahl von Papst Pius VIII. am 28. September d. I. genehmigt. Am 18. November
1829 ver ließ er Fel dkirch und nahm am 6. Dezember d. I. in Brixe n von s einem Ober
hirtenamte Bes itz. Er starb daselbs t den 17. Mar 1856. — Sein Nachfolger in Vorarlberg,
Generalvikar Joh annes Tschiderer, bewohnte nicht mehr das Woh lw end'sche Haus, sondern
das Bargehr'sche Haus auf 'dem Kirchplatz in der Sta dt, gegenüber der jetzigen bischöfli che n
Wohnung, wo heute das Pos t gebäude steht.5)
Das schon im äu ßern mit sei nen Flüg elba ulen und sein er geschmack
vol len Portaleinfassung herrschaftlich anmutende Haus ist, wie verlautet ,
im Jahr 1780 in den gegenwärtigen baulichen Stand gebracht wo rden.
Vermutlich handelte es sich um einen Umbau des vormalige n Hauses an
dieser Stell e. Mehrere Rä umli chkeit en, wie auch die ehemalige Kape lle,
bes itzen Plafonds mit zierlichen Stukkdekorationen. —
Am 1. September 1893 ging dieses Haus in den Besitz der österrei
chischen Staats bahnverw altung Uber, und zwar um den Preis von 18.000
Gulden, und ist ge gen wärtig darin die Abtei lung für Bahnerhaltung
untergebracht.
Der abgegangene Edelsitz Veldegg bei Feldkirch.
„Von dem alten Feldkir ch, jetzt von dem Dorf Altenstatt, führt uns
eine schöne und weite Landstratz neben dem weinreichen Ardetzen- und
Amberg in die Stadt Feldkirch; beiderseits liegen die schö nsten Güter,
den Burger n zu Feldkirch eigenthüml ich und mit w oh lerbauten Häu sern
versehen; neben ande rn laßt sich alldort sehen ein alta del ich er
S i H, „F e l d e g g" genannt, letz tlich Herrn Christoph Rainold etc. fei.,
jetzt dessen Erben gehörig." So lesen wir bei Prugger in seiner Feld
kircher Chro nik von 1685 (S. 108). Unter den reichen Feldki rche r Bürger n
gehörigen Häu sern im Vorgelän de der Stadt am Fuße des Ardetze n-
berg es war wohl das statt lichs te der Ansitz Veldegg, wie uns schon ein
Blick auf die Merian'sche Stadt ansi cht von 1643 belehrt. Die ser alte Edel
sitz erhob sich in der Nahe des Kapuzi nerklos ters an der Stelle der heu
tigen Karl Ganablschen Villa links an der gegen Altenstadt führende n
Reichsstraße.
Der Name „Veldegg" kommt auch sonst im Lande in früherer Zeit vor; so hieß die
Burg Oberfeld bei Wolfurt in der Nähe der Ach gelegentlich „Veldegg", aber wohl nur des
weg en, weil sie möglicherweise ei nmal einer Familie v. Deldegg gehörte, die für Anfang des
15. Jahrhunder ts nachweisbar ist: so siegelt J. B. im Jahr 1413 ein Henni Veld eg g als
Ammann im Hof zu Sta ig. *) Im Jahr 1464 erscheinen diese V e l d e g g aus Wolfurt ur
kundlic h als Lehensleute des Klosters Mindorau bei Ravensburg, das in und bei Bregenz
Besitz hatte? ,
Unser Edelsitz bei Feldkirch begegnet uns erstmals im Anfang des
17. Jahrhunders, und zwar als frei es Eigentum des Paul Tschit -
s ch e r, des Erbauers des Schlößchens auf dem Kaps, Rates und Hub
meister s des Erzherzogs Leopold von Tirol, in Feldkirch. Di eser Lan des-
fürsi erhob mittel st Diplom , dd. Innsbruck, 25? Mai 1624, eben dieses
Landhaus Tschitschers zu einem Edelsitz mit dem Namen „Veldegg" und
erteilte dem Hu bmeister die Befugnis, sich „von und zu Veldegg" zu
') Rapp, I.. S. 18, 24. Ueber Bischof Galur a vgl. Rapp, aa. £)., un-b G. Ti nkh auser:
Bl ätter der Erinnerung an Bernard Galura , Innsbr7 Wagner , 1856.
1) Kasp. Schwärzler in Vrlbg. Volkskal. 1898, S. 27; stehe Beschr. „Ob erfelb", S. 383 f.