Feldkircher Adelssitze 851
ehedem in adelige m Besitz. Ein kurzer Gang durch die Stadt soll uns
mit di esen noch bestehenden, allerd ings später teilweise umgebauten alten
Häuse rn sowie mit ihren einstigen Bewohnern bekan nt mac hen.
In der Marktgasse gegenüber dem Ausgang der Schmiedgasse steht
das p. Furten bach'sche Haus. Drei in Stein gehauene Wappen mit
der Jahrzahl 1465 haben sich an ihm als alter Fas sadens chmuck erha lten.
Das obere für sich hestehende Wappen ist der öst er reichische Bindenschild;
das zweite mit den zwei im Bogen sich berührenden Halbmonden und
Siechenhaus mit Kirch e in Lenis.
dem Stern gehör t dem alten, schon 1393 in Feldkirch ansäßigen Bürger
geschlecht der Walser an;2 *) das dritt e: Steinbock auf Dreiberg, möchten
W.-M erkle 2) den Rittern von Bocksberg oder der Fami lie von Hausen
zuschreiben; wahrscheinli c h aber hat es mit di esen hierzulande unbekann
ten Ges chlec htern nichts zu tun. —
2) Sishe üib. dieses Bu coliN/ Rrretm, S. 503, 505; Ludewia, Dovar il beraer etc., S, 138
(50); 93 (348).
®) II., S. 146.
4) Siehe oben, S. 416 f., und d. Abbild^, bes Wap pens auf dem Epitaph S. 416; die
Vermutung W.- MerVle's, II., S. 144 (lautenb auf die Ritter v. Frauenberg auf Gut en
oder aber die Sp recher v. Bern eck) erübrigt fid).
. 5) Bgl. Üb. diese Famil ie: Bu oelin, Rae tia, S. 377. — Die Wap pen wurden 1881 an
0(16 Ööribesuxufeuiui) überlassen und an deren. Ste lle Kopien «Ulf den Erkerflächen angebracht,
t7.,'' ) Nicht 1112, wie W.-Me rkle, aa. O., finden. Dgl. oben, S. 417: Kaikreut um 1500 in
Feldkirch.
Das benachbarte Bonne r'sche Haus zeichnet aus ein alter, wap
penges chmück t er Erker, der bei einem neueren Umbau des Hau ses u nver
ändert beibehalten wurde . Die in Stein gehauenen Wappen weisen auf
die Familien K a l k r e u t (zwei gekreuzte Kalkschaufeln mit Wieder
holung dieser Figur in der Helmzier) 4) und B r y m s von Herb-
l in gen un d W a r t e nst e i ท hin. (Gespaltener Sch ild mit je einem
langstrahligen Stern und zwei Buff elhornern als Helmschmuck.) J) Ueber
den Wappen liest man auf einem Spruchband die Jahrzahl der Erbauung
des Hauses 1512" ) und der Reno vierung des Hauses 1820. —
Das eigenartigste und baukünstlerisch bedeutsamste alte Haus der
Stadt, zugleich ehemaliger Adelssitz, steht in der oberen Marktgasse auf
derselb en Straßenseite: das Schul e'r'sche, heute Greußing- Gis-
singe r'sche Haus. Bis in die 1870 er Jahre hatte es sich unver