Villa
Raczynski 885
Der Bau der Schloßvilla sowie der versc hiedene n Neben gebä ude fällt
in die Jahre 1875 und 76. Bauherr war Graf Karl Eduard Natecz
Raczynski (1817—99), Ehrenmitglied des Preußischen Herrenhauses,
kgl. preußischer Kammerherr und Ehrenritter des Malteserordens.
Mari enberg Gesamtansicht.
Graf Raczy nski entstammte einem ura lten polnischen Grafen'geschlechte in der pr eußi
schen Provinz Posen , das sich schott im -Jahre 966 erwäh nt finde t und in einer älteren kur
ländisc hen, von dem Makteser-'Komtur und Ordens gesand ten Vinze nz 1798 gegründe ten,
te ilweise protestantisch gew ordenen, und' einer jü ngeren katholischen, feit 1824 gräflichen Po
sener -Linie bl-uht. Der letzteren Linie^ ans der bes onders die beiden Brüd er Grasen Eduard
und Athanasius -äls Schri ftste ller und K-unstl-iebhader bekannt sind, entstammt der Erbauer
Der heutige Name dies er Oertl ichkei t ist, seit der Ansitz vom Kloster
konvent übe rnommen worden, „Mar ienberg".
Schon in alter Zeit stand an di esem Ort eine Hofstatt und hieß das Gelä nde ur
kundlich um 1409 „z e m Koch" oder auch „H e g i neu ack e r"; im 16. Ja hrhund ert befand
sich hier der W o l f n r t e r H o f und um 1602 hieß die ser „Alma n s h o f e r H o f".1) —
Bevor der gräfliche Erbauer der Villa sich in Bregenz niederließ, bestanden hier am Thal
bachberg zwei B a ll e r n g e h ö f t e; das eine etwas oberhalb des heu tigen Pfo rten haus-
chens gel egene gehör te einem g ewissen Raver Baldauf, das ander e, das in' der Nähe
des unteren Wohnhallses gegen Kl oster Thalbach zu lag, gehörte den: Joh. Baptist L e i d o l d.
~ Der Graf war weüum bekannt und beliebt wegen seiner gro ßen Wo hltätigkeit; auch der
Stadt Breg enz, seine r zweit en Heimat, verwachte er letztwillig noch gebührenfrei 20 ,000 fl.
für Ber schon er ungszwecke .') —
Im Jahre 1854 hatte sich Graf Karl Edu ard in Prag mit Karo
line Therese, der ältesten, 1830 gebornen Tochter des Fürsten Fritz
*) Al. Reich in: Arch. f. Gesch. น. Ldkd. VII (191 1): „Krit. Streif züge etc.", S. 55.
2) Vgl. Mus.-Ber. 42 (1904): hervorragende Persone n etc.", S. 63.