Tr isun 96.1
Die Aebtissin von Lindau hatte fürstli chen Rang, trug Ring und Stab, füh rte den Titel
Hochwürdige und gnädige Fr au"; sie gebot nicht nur über ihr Kloster und dess en ausge
dehnte Besitz ung en, sondern war auch Her rin über ein bedeutendes Gebiet, worüber sie auch
die Gerichtsbarkeit ha tte.
Aebtissin Guta fü hrte die Regierung ihres Sti ftes durch 54 Ja hre,
1286—1340, mit gro ßem Ruhm e; weil sie das in der kaiser losen Zeit zer-
sall ene Kloster wie der instan d setzte, wird sie in alten Schrif ten dess en
zweite Stifterin genannt.") Ihr Brude r E glolf ließ sich damals in
Lin dau nieder, dessen Tochter Katharina wurde ebenfall s da selbst
Aebtissin. Die beiden Aebtissinnen durften Wohl öfters auf Be such oder
Wappen der v. Trisun
der Erholung wegen, vielleicht auch in Begleitung an derer Damen des
Stifte s, bei ihrer Fami lie und in der vät erli chen Woh nung zu Triefen
gewei lt habe n; da raus dürf te sich die Sage erkläre n, es sei einst auf St.
Mam erten ein Frauenklöfterlein ges tanden. Die Fam ilie v. Tris un blieb
auch in der Folge in engeren Bez iehungen zum Stifte, wie น. a. die vie len
Jahrzeit en beweisen, die von ihnen in die Stiftskirche in Li ndau gestiftet
wurden. Alle diese Stiftungen waren auf einem Hause in Lindau ver
sich ert; auf dem gleichen Hause waren auch versichert die Stis tungen des
wal gäuischen Edelgeschlechtes der Herr en v. B r u n n e n f e l d, die mit
denen v. Tri sun verwan dt waren und von diesen auch beerbt wur
den. 9 10)
9) Siehe Nä heres über sie bei Primbs: Die Rei henfolge der Fürst-Aebtissinnen zu
Lin dau, in Jb. d. Hist. Ve reins v. Schwaben und Neuburg 1864; Büche l, aa. O., Jb. 2,
S. 137 ff, Büchel,
Jb. 19, S. 83. Ueber andere Mitglieder der za hlreic hen Famil ie v. Trisun
siehe Büchel in Jb. 2, S. 13 7—142; vgl. des selben Angab en in Lchts t. Chron. , S. 190.
Schon gegen Ende des ersten Drittels des 14. Jahrhunderts wohnten
die v. Tris un nicht mehr auf der Burg ihrer Väter auf St. Mamerten.
Wie bereits früh er erwähnt, nennt sich der Verkäufer des Lehens Burg
halden in Nüz iders 1331 schon nicht mehr v. Trisun, sondern hat den
bürgerlichen Namen Hain rich der Trysner; und im Jahre 1347
erscheint in einer Urkun de ein Hans oder Johann, genannt „v. „v.