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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 2

972 Bendern 
wo Papst Alexander dem K loster seinen Besit z bestätigt, und wo nach die 
erwähnten Höfe, die Kirch e und Pfrü nde von Bendern damals noch 
demselben gehörten. 
Der Name Bendern, in den ältesten Urkunden: Benedur, Ben- 
dure, Vendor, ist siche r keltisch'und erklärt sich am ehesten als „Turm auf 
der Höhe" (Ben Anhöhe, Berg; Dur oder Tur = Turm).') Der Ven­ 
derer Turm durf te sonach in die vorchrist liche keltische Zeit zurückreichen 
und eine keltische Wehranlage oder Wallburg gewesen sein. Das von rö­ 
mische n Geographen erwähnte „Ebodurum" wird von einigen4 5) hieher 
verlegt.6) „.1,, 
4) Vgl. Hopfner: Ein Beitrag z. Etymologie liechtenst. Ortsnamen, Jb. 10. 
8) wie z. B von Jul. น. Lei cht len: „Schwaben unter den Röln ern", Freib. i. B., 1825; 
vgl. Bergmann, Bei tr. z. frit. Gesch. Vr lbgs., S. 29. 
6) Ueber die Wallburgen siehe das im erst en Abschn. die ses Werkes und unten in Bespr . 
„Hausberg von Mau ren" Gesagte; vgl. Atz, Kunstge s ch. v. Tir. น. Vrlbg. , S. 4. 
7) Vgl. I. G. Ma yer, Gesch. d. Bist. Chur, (1897), S. 105 f; 190. 
8) Die ses Limpach dur fte von dem im Bez.-Amt Pfullendorf gelegen Leimbach, das 
Helbok in Reg. Nr. 289 als Stammsitz vermutet, wohl zu unterscheiden sein. 
9) Helbok, ebd. Nr. 289. 
Schänni s, das durch Schenkungen der Nachkommen des Gründ ers mit der Zeit sehr 
reich wurde, war anfänglich von Nonnen des Benediktinerordens besiedelt, wurde aber um 
das Jahr 1040 ein adeliges Damenstift mit Kanonissinnen der nach St. Au gustin benannten 
milderen Reg el. Kastvogte des Stiftes waren zuerst die Her ren v. Schänni s und später die 
Gr afen v. Lenzburg, die von der Enke lin und Erbin des Stifters Hunfried abstammten.7) 
Noch 1177 übte die Aebtissin von Schännis über die damals noch 
dem Kloster gehörige Psa rre Bendern das Patronatsrecht aus. Doch schon 
wenige Jahre später fmden wir Bendern im Besitze des schwä bischen 
Ritter s Rüdig er v. L i m p a ch. Es war die Zeit, da die Grafen von 
Montfor t in Feldki rch ihren Sitz aufschlugen und die Herren v. Schellen­ 
berg am Eschnerberg sich ansiedelten. Wa hrschein lich waren wie diese 
letzter en auch die Herren v. Limp ach durch die sc hwäbischen Herzoge als 
Hüter der Uber die Alpen führ enden Heeresstraßen ins Land gerufen 
worden. Nac hdem um jene Zeit Kai ser Barbaros sa wie überhaupt die 
Stau fer Vögte des Frauenstlftes Schännis waren, so liegt der Schluß 
nahe, daß durch di ese, und wahrscheinlich durch den Kai ser selbst, die 
Besitzungen des Stiftes am Eschnerberg an den genannten schwäbi schen 
Ritte s verliehen wurden. 
Die v. Lim pach hatt en ihren Stammsitz bei Ueberlingen am untern 
Boden see (Bezirks amt Heil igen ber g).8 9) Nachdem um 1180 die Brüder 
Albert und Heinrich v. Limpach in einer Urkunde des Herzogs Welf als 
Zeugen Vorkommen," so scheine n sie welsi sche Dienstmannen gewesen zu 
sein; später aber kamen sie jedenfalls in staufis che Dienste. Der genannte 
Ritter Rüdiger v. Limp ach dürf te der let zte seines Stamm es gewesen 
sein; we nigstens verschw ind et mit ihm dessen Name aus den Urkunden. 
Daß die erwähnten Güter Reichslehen waren, geht auch daraus 
he rvor, daß der Leheninhaber Rüdiger v. Limpach, als er sie dem Kloster 
St. Luzi in Chur schenken wollte, sie zuerst in die Hand des Kaisers 
zur ückleg te mit der Bitte, sie dem Kl oster zu geben. Es war nämlich 
Reichsgesetz und durch Barbaross a neu eingescharft worden, daß Reichs ­ 
lehen nur durch die Hand des Konigs in ande rn Besitz übergeben werden 
durften. 
Ueber die Veranlass ung zu die ser Schenkung an das besagte Kloster Kloster
	        
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