976 Bendern
aus Esc hen, Gamprin, Ruggell und Schellenb e rg wurden auf 13.770 fl.
gesc hätzt Zur Pfarrpfründe gehörten außer den Ge bä ulichke iten und den
beim Pfarrhof liegenden Gärten mit Einschluß der Weinberge und Wäl
der 68 Stück Land^ insgesamt geschätz t auf 25.46 2 fl. IO)
Zur Bauge schichte von Turm, Kirch e und Klos terbau ten in Ben
dern mögen folgende Angaben dienen:
Schon durch seine massive Bauart präsentiert sich der Turm als
ein altes, ehedem bedeutsames Bauwerk. Seine Grundfläche beträgt
58.7 Meter im Gev iert; seine Höhe erreicht 41 Mete r; die Mauerd icke ist
unten zwei Meter, weiter oben 1.5 Meter. Das mit grunglasierten Ziegeln
gedeckte Satteldach mit steilen abgetreppten Giebeln macht einen alter
tümlichen Eindruck. Der Turm stand ursprünglich allein , ohne Verbin
dung mit der Kirche, wie man heute noch am Mauerwerk erkennen kann.
Wenigstens in seinem unteren Teile ist er älter als dies e. Die früher
romanrschen Schallöcher sind wahrscheinlich schon im Jahre 1480 gotisch
umgebaut worden, gleichzeit i g mit der Kirch e.
Die älteste Wehranlage, die, wie eingangs erwähnt, verm utlich schon
in keltischer Zeit, vielleicht zugle ich als Opferstätte, hier gestanden, mag
auch unter den Römern in" vervollkommneter Ausführung als fpec ula
weiter gedient haben Im Mittelalter dürfte dann die Anlage zu einer
wehrhaften Burg ausgeba ut worden fein, und zwar in ihrer einfachsten
Form: Turm mit Ringmauer umgeben. Mit fr öten sechs Stock wer ken
diente der Benderer Turm damals zugle ich als Wohnung. Die Fenster
öffnungen waren allerdings mit Ausna hme jener im obersten Stock nm
klein und schie ßscha rtena rtrg. Die Eingangsture war in ziemlicher Höhe
an gebr acht. Der Benderer Tnrm war ja eh emals Wehr- und Verteidi
gu ngsbau, wie so lche in deutschen Landen seit den Zeiten des Investitur
streites, also seit der zweiten Hälf te des 11. Jahrhunderts, zahlreich ent
stan den. Auch die Kl öster muß ten damals durch Befestigungsanlagen auf
ihre Verteidigung bedacht sein, und die Ba uern blieben auch nicht zur ück.
Wo sie in weniger befestigten Orten saßen, versahen sie ihren Kirchhof
mit Schießscharten, Zinrren und Wallgängen und verwe hrten den Ein
gang mit einem stark en Tore. So wurden die Friedensstatten der Toten
auch zu Schirmorten der Lebenden. Als ihre Hauptw ehr aber dienten die
seitdem sehr stark und hoch gebauten, mit Schießscharten wohl versehen en
Kircht ürme mit entsprechend hoch über dem Erdboden angelegtem Ein
gän ge, der nur mittelst auszi ehbare n Leitern zu ersteigen war. Zur grö
ßeren Sicherheit gegen Feuersgefahr waren die Türme nicht mit der
Kirche verbunden.
So dürf te auch der B e n d e r e r T u r m, ursprünglich wohl die Woh
nung des Ritters v. Limpach, und nach Erbauung der erste n
Kapelle neb enan bald auch als Kirchturm dienend, zugleich das V e r-
teidigun gs - und Bollwe rk der ihn umgebenden Ansiedlung ge
worden sein.
Schon im Mittelalt er war d ieser Turm mit leichtem Ges chütz ver
sehen. In Kriegszeiten, bei Annäherung des Fein des hatte er wohl auch
die Aufgabe, das Signal von der Burg Vaduz aufzunehmen und nach
der Schatt e nburg in Feldki rch weiterzugeben.
10) Siehe über die Geschichte des Benderer Patronatsrechtes Büche l, aa. O. (Jb. 23),
S. 94—115.