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runde r Torwölbung. Als Gegenstück zum Nordwestturm bestand einst an
der Nordostecke des Hofes ebenfall s ein wehrhafter Turm von gleic hem
Grundriß, des sen Vorhandensein' beim Abbruch der östli chen Mauer part ie
festgestellt wurde . Eine äußere Wehrmauer, deren Fundamente beim Erd
aushub anläßlich des Neubaues zum Vorschein kamen, zog sich in be
trächtlichem Absta nd von der Westfassade des Komplexes hin, einen breiten
Zwi nger umschließ end; zweifellos umgab sie einst die ganze Bauan lage,
wie emzelne noch vorhandene Spuren , z. B. an der Sudost ecke, erweisen.
An der Ostseile des Hosviereckes schloß sich zunächst an das Wohnhaus ein
jüngerer Anbau an, ein aus späterer Zeit stam mendes Wirtschaftsgebäude
mit Küche und Waschküche; diese Räume waren an die dortige Wehrmauer
angebaut. Der Nords eite entlang zogen sich die Stallungen mit ziegel
ge wölbten Sc hweinekob en. Diese für Wirtschaftszwecke ge troffe nen bau
lich en Adapt ier ungen erfolgten erst nach der Uebernahme des Anwesens
1832 durch Jose ph Hehl e, der den früh er abseits gestandenen Stadel mit
Stallung in den Geb äudekomplex einbezog; bei dieser Gelege nh eit ist
jedenfall s auch der vorhin er wähnte Nordostturm abgetragen wor den.
Unter dem Wohnhaus, in der Mitte des Traktes, befan d sich ein
alter, tonnengewölbter Keller, über des sen Türeing ang man die in Sand
stein gemeißelt e Jahr zahl 1562 las; sonach dürfte wohl auch das Haupt
haus in sein em nachm al igen Bestand aus die ser Zeit stammen. An den
Keller schloß sich westwärts ein gro ßer Weintorggell Die hier noch bis zu
letzt in Verwendung gestandene Torggelanlage mit fast zehn Meter lan
gem eichenen Torggelbaum von 1669 (laut angebrachter Jahrzahl) und
einer ebenso bez eich neten Spindel von 1712, wurde vom Landesmuseum
käuflich erworben . — Einen unter und neben der Kellertreppe befindlichen
düsteren Raum be zeichnete man als ehemaliges Gefängnis oder Burg
verließ. Das Westzimmer mit schöner Aussicht auf den See hatte Fenster
säulen in Spät-Renaiss anc e ; sie trug en über den Kapitälen gleic hfalls in
Sandstein gehauene flache Wa ppen schilder, die fr üher zweifelsohne be
malt waren, aber die Bemalung im Laufe der Zeit verloren hatten Die
Sä ulen und Wappen fand en beim Neubau wiederum Verw endung, be
so nders am N ordwes tturm. — Ein rohgezimmerter, vom Alter gebr äunter
Holzplafond im Haus flur zeugte von dem schon Jahrhunderte langen Be
s tände dieses Hauses, das bis zum Abbr uch trotz der wehrhaften Aus
stattung ein behäbiger Bauernhof nach altem Stil und Be trieb gewesen
ist. "T"
Der alte Edelsitz Oberloc hen, heute in neuer Gestalt und zu neuer
Bedeutu ng wieder erstanden, verkörpe rt ein gut Stück Z eitgeschich te: ange
fan gen von den Montf ortern und Rudolf v. Habsburg bis herab auf ferne
letz ten Bew ohner, schlichte Landleute und eine sozial wirkende Ordens
gen ossen schast mit ihren Pfleglingen, hat er alle wechselreichen Zeitläufte
mit guten und schlimmen Tagen überdauert. Mehr als einmal widerhallt e
diese Stätte vom Kriegslär m ; heute aber waltet darin der Geist christ
licher Charitas, die sich den einstigen Fe udalsitz in eine Stätt e des Frie
dens umgewandelt und ihm eine neue schönere und zeitgemäße re Be
stimmung gegeben hat.