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Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 2

Meilenstein. 619 
Von den Sö h n e n des vorgenan nten Dr. J ohann Valentin 
Schm i d, des Professors und Kanzlers, ist der bekannteste Arsenins 
Franz Freiherr v. Wellenstein, geb. 1642; nach vollendetem 
Rechtsstudttlm ma chte er größere Reisen durch Euro pa und sogar bis 
Aegy pten und Palästina. In Jerusalem wurde er zum Ritter des heil. 
Grabe s geschl agen. Später trat er m f. erzbisch, salzbu rgische Hofdienste. 
1673 erhielt er mit sein em Vett er Gall Heinric h, wie schon erwähnt, die 
Erlaubnis, mit Able gung des Namen s Schmid sich bloß „v. Wellenstein" 
nennen und schreiben zu dürfen. Im selb en Jahr wurde er auch in den 
ท"0. Ritter stand ausgenommen. Bei seiner auch an Vorgesetzter Stel le 
gerühmten ^techtskenn t n is wurden ihm bald bei dem n.-ö. Landrecht und 
den n.-ö. Ständen Sitz und Stimme übertragen. 1683 wurde er n.-ö. 
Regimentsrat und Regent der n.-ö. Lande, und endlich mit Diplom vom 
24. Juli 1696 ward ihm und gleichzeitig sein em Vetter Gall Heinrich von 
Kais er Leopold I der Frerherrn stan d verliehen. Vom Passauer 
Fürstbischof wurde ihm und seinen ehelichen Leibeserben die hochstiftliche 
Lehen h e rrschaft Vieh hofen in St. Pöl ten verli ehen. Er starb 1713 in St. 
Pölten und wurde in der dortigen Sti fts-, heute Dom-Kirche beigese t zt. 
Sein Sohn Anton Valentin, geb. 1675, widm ete sich dem 
Kriegsdienste, wurde Obrist-Wachtmeister und dann Obrist. Er focht im 
spanischen Erbfolgekrieg in den Niederlanden, dann im Tü rkenk rieg in 
Ungarn und gegen die ungarische Rebellion. 1718 wurde er der Matrikel 
der Reichsritterschaft in Schwaben einve r leibt. Mit Diplom vom 18. 
Jänner 1720 ward Baron Anton Valentin von Kai ser Karl VI. in den 
er blichen Reichsgrafenstand erhoben. °) Er war vermählt mit 
Sibylla Franzis ka Friederika, geb. v. Gemingen, und hin terließ aus dieser 
Ehe eine einzige Tochter. Um 1732 oder schon vorher starb er, so daß 
mang els männlicher Nachkomme nschaft das kaum erblühte Grafe ngeschl echt 
schon nach kurz er Frist wieder erlosch. 1741 wurde seine Herrs chaft Vieh­ 
hofen an den Grafen Johann Ferdinand v. Kuefftein verkauft. Mit dem 
vom Urgroßvater Thomas Schmid v. Wellenstein gestifteten St. Anna­ 
kloster stand die gräflic he Fami lie fortdauern d in enger Bezi ehung, und 
vermachte die Grafin-Witwe Sibylla dem Kloster auf ihren Todfall ver­ 
schiedene wertvolle Geschenke. °) 
Das Geschlecht der Schmid v. Wellenstein, das in etliche n Mitgliedern 
Stufe für Stufe zu immer höher em Rang und Stand empo rgesüeg en, ') 
ist in sei nen adeli gen Linien schon län gst ausgestorben, und erinnert in 
unserem Lande fast nur noch ihr einstiger Edelsitz in Lo chau an dasselbe. 
5) Be sehr, des freiherrlichen und nunmehrigen verbe ss erten gräflichen Wapp ens bei 
Ulmer, aa. O., 6. 37—39. 
°) Ein ausführlicher Stammbaum der freiherrlichen und gräflichen Famil ie in Form 
^ines gro ßen Wandbildes mit zahlreichen Wappenschildern findet sich im sag. „Zifsüer"- 
Haus in St. Pölt-en. (Frdl. Mit teil, des H. Gymn.-Prof. Dr. Karl Hubner in St. Polten .) — 
w. den Stambaum des Gesc hlechtes am Schluß der zit. Abh andl. des Berf. — Ueber an­ 
dere weniger bekannte oder bedeutende Mitglieder des Geschlechtes, soweit sie aus den Akten 
^rüuehmen sind, vgl. eben diese Ab handll sowie Ludewig, aa. O.: Schm id und Schmid v. 
Wellenster n im Register, S. 319. — Besonders reichhaltiges Mater ial für unsere Familien- 
öeschichte bietet die Matrikel der Universität Dillingen, wor über besonders gut orientiert: 
Alf red Schröder: Register zur Matrikel d. Univ. Dillingen (II. น. III. Bd. d. Archivs f. 
^esch. d. Hochstif tes Augsburg 1909 und 1914). 
7) Siehe die Uebersicht über die Rob ilitier ungs phasen bei Ulmer, aa. O., S. 40 —42.
	        
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