Skip to main content

Full text: Die Burgen und Edelsitze Vorarlbergs und Liechtensteins. Band 2

Burg zu 
Wald -Dala as. 573 
und Verwaltung der Eisen- und Sil ber bergwer ke im Klo­ 
stert al. 7 8) 
7) Gfl. Mit teil, von Sc hulrat Zösm air an den Ver fasser. 
8) siehe oben, S. 124. 
9) Stiftungsurk. im Iah rzei tbuch d. Feldkirch. Iohanniterhauses (O rig.-Lib. im Landes­ 
arch iv). Zu dem nachstehend uster die kultu relle , wi rtsch aftl iche und verkehrspolitische Bed eu­ 
tung des Arlbergpasses und dess en westlichen Zuganggeländes, des K^ostertales, Gesagten vgl. 
Zösmair. „Geschichte des Arlbe rgs von 12 18—141 8", in Muf.-Ber . 28 (1889), S. 23 ff. 
9a) Die vom Churer Bischof Waldo (f 949) mitstl rkunde von 940, Apr. 8., (Helbok, Reg,., 
Nr. 135) seinem Domkapitel geschenkte cape lla S. Marie ist nicht die Kapelle in Klösterle, 
wie Zösmair , aa. O., S. 24, Ännr. 2, mei nt, sondern eine Kapelle in Schlins, wo auch die 
unter einem genannte St. Michaelskirche sich befand. Die bezügl. Angabe des Chur er 
Necrologiums, stehe bei Bergmann, Beitrage etc., S. 167, Nr. 73, wozu zu verg l. wäre ebd'., 
S. 162, Nr. 1 (mit Anm. 3). 
9b) Rich tiger jedoch er scheint die Erklärung, die den Namen Stuben von St uiben bach — 
Staub-Bach J) eHeit et. 
10) C Mehlis: „Raetia und Vindelicia bei Cla udius Pto lemaeus . Zur Lös ung der 
Räterfrage", München, 1921, S. 63 f.; vgl. Is. Flür: „Kirch.-gesch. Fragmente" (1926), 
S. 20 f. 
1) aa. O. 
2) Flür, aa. O., S. 21. 
a) Flür, aa. O., S. 23 f., 26. 
Zur Erläuteru ng dieser drei Hy pothesen di enen die nachstehenden Aus­ 
führungen, wobei ton uns mit der Verkehrsgesc hicht e des Arlbergs, in der 
die Johanniter sti ftung gleich zu Anfang eine wichtige Rolle spielen sollte, 
einläß li cher zu befassen hab en. 
a) Das Ioharrniter-Ritterhaus in Feldkirch, gegründet 1218 von Graf Hugo I. von Mont­ 
fort, dem Stifter der montfort'fchen Dynastie^), erhielt schon gleich anfangs als Ausst attu ngs­ 
gut u. a. „die^ Kapelle im St. Mariental mit dem Wald e, der sich an den Arle anschließt".9) 
— Das St. Mariental ist das he utige Klostertal, besonders dessen oberste dem Ar lberg nächste 
Talstufe, so benannt nach einer schon früher, wenig stens schon um 1122, dortselbst beste­ 
henden Älär ienk apelle Oa), an deren Stelle spater die jchige Pfa rr kirche in Klosterle trat. Da in 
der Schenkun gsurkunde nachträglich von Kapellen (Mehrzahl) die Rede ist, so muß minde­ 
stens iwd) eine zweite Kapelle in der Gegend best anden hab en, die wir am wahr scheinlichst en 
in der Marienkapelle im heutigen Stuben am westlichen Fuße des Arlbergs, einer Filiale 
der Kapelle von Klöster le, zu suche n ha ben. 
Der Iohanniterorden erhiel t zufolge dieser Stiftu ng die Ver pflicht ung, bis selbe durch 
Geschenke und Vermächtnisse höher angewachsen wäre, den über den Arlbergpaß ziehen den 
armen Le uten wenig stens Obdac h, Feuer und Wasser zu gewähren. Die Ordensbruder ent­ 
wickelten alsbald im Mariental eine rege Tätigkeit durch Waldrodungen, Urb armachun g des 
Geländes. Bau des Hospizes, das „Klo ste rle" genannt wurde und allmählich dem ga nzen 
Tale den neuen Namen „Klostertal" gab, die Errichtung einer neuen notwendigen U nter­ 
kunft, nämlich einer „Stube" mit Schan kger echtig keit, woraus in der Folge das Dörfchen 
Stu ben ent stan d.Ob) Unser Schlößchen bei Wald mochte, falls es wir klich den Johan ­ 
nitern gehört e, dem großzügigen O r densunternehmen der Pilgerbeherbergung den st arken k r i 6­ 
g er i scheu S ch uh geliehen ha ben, der bei dem zu damaliger Zeit einsetzendmi großen 
Ver kehr über den ^lrlberg dringend geboten war. 1 
Der Verkehr über den Arlbe rg soll nach neuer en For sc hungen 10) bereits von den Rö­ 
mern im 1. Jahrhundert v. Ehr. bewerkstelligt worden sein und hätte nach Mehlis^) der 
rönlische Feldherr Drusus, als er zu der mit Tiberius gemeinsam durchzufuhrenden Unter­ 
werfung Oer Rätter im Jahre 15 v. Ehr. auszog, mit dem Gro ßteil sein es Heeres den Arl­ 
berg überstiegen; bei dies em Uebergang hätte er dann, so meint man, den Weg über Lech­ 
Fo rmarin-D alaas einges chlagen, wahrend ein anderer Heeresteil durch das Paznaun über 
Montafo n nach Bludenz gezogen sei. ) Den ersteren Weg über Form arin bezeichnet die be­ 
stän dige Ueberlieferung als den Heerweg, damU zum Ausdruck stringend, daß ders elbe vor­ 
zeit en bequemer und begang ener war als der überaus steile Weg von Stube n auf Rautz 
(etwas unter der Paßhöhe beim Uebertritt des Weges an das linke Dachufer).3) 
Die Gründung des Hosvizes in Klöster le fiel in eine Zeit, da die politischen Verhält- 
niffe Europas einen vermehrten Ve rkehr über den Arlbe rg bedingten. Es war die Zeit der 
Kreuzzuge und kurz vor der Gründung, 1204, war Konstantinopel im 4. Kreu zzug er-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.