636 Deur ingschl ößche n in der Obe rstadt-Bre ge nz.
nach ihr benannten Deuringgasse in den Leutbühl; die Außenfront jenes Hauses schmückte
einst das steinerne , nun im Landesmuseum verwahrte Deur ing sche Fam ilien wappe n.
Ioha n n Alb e r t v. D e u ring, der von 1660 bis zu seinem Tode
1706 das Schlößch en in der Oberstadt bewohnte, war vermäh lt mit
Maria Eva, geb. Birk( in) und hatte zwei Söhne, Heinrich Hannibal und
Franz Josef. 3a) Um das Jahr 1749 erscheint Heinrich Hannibal ber eits
aus dem Leben ges chiede n, nachde m Franz Josef verm utlich schon frü her
gestorben. Als des ersteren Erben wer den um diese Zeit genannt ein I. D.
(vermutlich Johann Diethelm) Freiherr v. Deuring und Maria Clara
Philip pin a, geb. Fre iin v. Deuring, vermäh lt mit Albrecht Laurenz Maxi
milian Reichssreiherrn von Alt- und Neuen-Frauenhofen, kursürstl. kölni
schem und bayrischen Kämmerer, Geheimen Rat und des hohen St. Mi-
chaels- O rdens Kommandeur und Großkreuz .4)
°a) Anthropologium von Ra nsperg (im Landesa.), aa. O.
*) Stad ia., Kultus, Nr. 318.
6) Breg. Ratsprotokolle von 1769—86, ธ. 317 (zu 1780, Juli 8).
°) Dgl. G. Ro der, Bregenz vor 50 Jahre n, S. 46.
7) Sähaffbuch der Stadt Breg. ab 1793, Landesa., S. 191 f.
8) Ueber das Grabmal des Kreishauptpmanns an der Bregenzer Pfar rki rche siehe des
Derf. „Epitaphien etc ", S. 30 f.
°) Breg. Ver fach buch 1821, Fol. 1289.
Seit 1779 erscheint als Besitzer der Deuring'schen Behaus ung mit
Zubehör in der Oberstadt ein Freiherr von K ü n s b e r g (K ü n z b e r g),
der eine v. Deu ring zur Gemahlin hatte.5)
Der letzte Inhab er des Schlö ßchen s aus der Deuring'schen Verwandt
schaft war, wie schon frü her bemerkt, Baron Felix Th addäRup p-
l i n v. K e f f i k o ท, seit 1765 mit einer v. Deuring vermählt Er starb
1801. °) Mi ttelst Kaufkontrakt vom 19. Oktob er 1801') verkauften die näch
sten Verwandten und Jntestater ben des verstorbenen Barons , Joses Frei
herr v. Rüpplin, St. Michaels-Ordens Großkreuz, Hochfnrstl/Konstanz -
scher Rat und Obervogt, dann ein Baron v. Pflumm ern und Fr. Michael
Seeger als substituierter A nwalt der freiherrl. v. Beßle r'schen Pupi llen,
die Realität en, nämlich die „sämtlic he n aneinander reihenden Gebäude"
dahier „in der obe ren Stadt samt dem dabei befindlichen Rebgarten und
Grasb uche l" nebst versc hiedene n Fahrnissen an den Gubernialrat, Land
vogt und Kreishauptmann Joha nn Jakob v. Vicari für 6000 fl.
RW. und 200 fl. Schlüsselgeld.
Kreishauptmann licnri stammte aus Aulendorf in Wür ttemb erg und war vor feiner
Wirksamkeit in Bregenz Oberamtsrat, Landschreib er und Landrichter zu Hohenberg bei Ell
wange n; 1777 erh ielt er den er blän dischen Ritterstand; er starb IN Bregenz am 27. Oktober
1805, 64 Jahre alt. — Vermutlich sein Brud er war Pantaleon v. Bic ari in Aulendorf
(t 1796), dess en Sohn Hermann v. Dicari (1773—1868) Erzbischof von Freiburg wurde und
IN der neu eren Kirchengeschichte als Bekennerbischof IM Ku lturkamp f sein er Zeit und Er
neuerer des Erzb istums eines rühml ichen Name ns sich erfreut.s)
Unter dem 29. Septembe r 1821 verkauften des Kreishauptmanns
Witwe Frau Theresia v. Vicari, geb. Baroneß Lenz, und ihr Sohn Sales
v. Vicari das Schlößchen mit den vorgenannten zugehörigen Realrtaten
an den Stadts chreiber und städ tischen Kor nmei ster Philipp Kayser
und seinen Bruder Chri stoph Anton Kayse r.°) Die Objekte gin
gen noch im selben Jahr in den alleinigen Besitz des Christoph Anton
Kayser Uber.
Der Kauf erfolgte um den Be trag von 3700 fl. RW., da der soge
nannte „Ne ubau ,d. i. der Verbindungstrakt zwischen dem Schlößchen Schlößchen