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Full text : Der Edelsitz Oberlochen

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Der Edelsitz Ob e rlochen.

Eine archivali sche Studie von A. Ulm er.

Die Umgebung von Bregenz mit ihrer reizenden Lage an den Gestaden des
Schwäbi schen Mee res ist reich an alten Edelsitzen, namentlich das Gebiet außer ­
halb der Klause mit se inem fruchtbaren Gelände und sein er Lagerung auf den
Vorstaffeln des den See überschauenden Fürberges lock te schon vor alt ers Angehörige
 des niederen Adels zur Ansiedlung und E rbauung von Edelsitzen. Gwiggen,
die Ruggburg, Hal b enstein, die Burg Lochen, (im Volksmunde Alt-Lochen oder
Alt-Hofen genannt), das Sch loß Hofen, das Schlößchen Wellenstein und der Edelsitz
 Oberlochen sind, wenn auch das eine und andere davon zerfallen, heute noch
die Zeugen der ehemaligen Bau lust und des Getriebes des nieder en Adels in dieser
 Gegend. Ebenso sind südwärts oder oberhalb von Bregenz: Kronh alden , Riedenburg,
 Babe nwohl, Mittelweierburg alte Edelsitze. Zum Teil gar we chs elvoll sind
die Schicksale dieser Ansitze, allen aber, soweit sie die Zeitstürme überdauerten, ist
es ei gen, daß sie gar häufig ihre Herr en oder Besitzer wechselten. Dieses Ge schick
teilte auch das Gut Oberlochen, von dem die folgenden Zellen einig e aus archivalischen
 Quellen gesch öpfte Nac hric hten bri ngen wollen.

1. Äl teste Kunde .

Der Edelsitz Oberlochen erhe bt sich, wie der Name schon besagt, in beherr ­
schender Lage über der ehemaligen Kapelle (seit 1843 Pfarr ki rche) von Loch au,
mit se inem gesc hlos senen Komplex und dem festen Mauerwerk einen wehrhaften
Eindruck erweckend . Freilich hat dieser ehemals für Verteidigungszwecke gut bewehrt
 e Bau heute eine friedlichere Bestimmun g, indem er dernr alen als stattliches
Bauerngehöfte nicht mehr den Wehrstand, sondern den Näh rstand repräsentiert.

Die Entstehungsgeschichte dieses Ansitzes verliert sich in die graue Vorzeit.
Die erste urkun dliche Nachricht über denselben dati ert, wenn unsere Feststellung
ander s richtig ist, bis in das Ende des 13. Jahrhunderts zurück. Aller Wahrscheinlichkeit
 nach ist es das heute Oberloch' en gena.mte Gut, von dem die Urkunde
 d. d. Konstanz: Sonnt ag nach Liechtmeß (4. Feb r.) 1291, handelt. 1) Diese
Urkunde spricht von dem „Gut vor Bre genczercl use", welches König
Rudol f von Habsbur g vom Gr afen Rudolf von Montfort (Ru dolf I. von Montfort-Feldkirch,
 f 1302) um sec hshalb tausend und se chzig Mark Silb ers erkauft hatte. Von
dieser Kaufsumme hatte der König 4706 Mark entrichtet, und für die Restzahlu ng stellt
er in dieser Ur kunde Bürgen, alles kreditfähige, ad elige Herren . Nachdem auch

9 0. Perg. Im Haus -, Hof- und Staatsarchiv in Wien; Abdr. bei Thommen: Urkunden
zur Schweizergeschichte I. 66.
            
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