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Full text: Die Vorarlberger Musterrolle von 1621

Zuge nach F eldkirch solle man auch für je hunder t Mann 
einen „bescheiden" Mann beigeben. 
Ebenfalls müssen die Lastwagen aufgemahnt werden. 
Auch seme Reisekalesc h e w ünschte sich der von Raitna u. Die 
Tann- und Mittelberger sollen den Zug über Bludenz nehmen. 
Das Stadtfähnlein und eines des neuen Teils der Herr­ 
sc haft Bregenz soll samt 12 Pfeifern und 12 Tr om melschlägern 
folgen. 
Es dürfe auch einer oder der andere Vater seinen gewach­ 
senen star ken Sohn für sich se lbst mitbringen und ihm vor­ 
stellen, aber auf k einen Fall dürfen fremde Kn echte fur einen 
and eren gehen. Das übrige Volk müßte bereit sein und 
Wache auf Türmen und Bergen halten. 
Inzwischen siel Oberst Brion am 17. Oktober 1621 aus 
dem Montafon mit 1500 Mann Über das Schlapiner Joch 
in das Prätiga u ein, wurde zurückgeschl agen, drang aber 
14 Tage später über die Lnziensteig in Bünden ein. In der 
Folge wurde Unt erengadi n und Chur von den Österreichern 
bese tzt. Die Anführer der Evangel ischer: mußt en sich flüchten. 
Dre Prätigauer und Unterengadiner mußten ihre Waffen 
abg eben und ein hartes Regi ment Über sich dulden. Ein 
h albes Jahr etwa herrschte Ruhe. Am Palmsonntag 1622 
erhob sich das Prätigau gegen seine Unterdrücker. An Stelle 
der ihnen an genommene n Waffe n hatten sie P rügel und 
Kolben und mit Näge ln bespickte Keulen, mit denen sie die 
öst e rreichischen Besat zunge n an griffen und größtenteils er­ 
schl ugen. Di ejenig en, wel che sich durch rasche Flucht retten 
konnten, suchten Zufluch t in den noch von den Österreichern 
gehaltenen Orten Chur und Maienfeld. 
Groß war ทนท der Schrecken, der neuerdings Über Vorarl­ 
berg hereinbrach. Durch Kreidfeuer, Kanonenschüsse und aus­ 
gesandte Boten wurde das Land volk unter die Wa ffen 
gerufen. Die Hohenegger sam melten sich in Bregenz. Die 
von Bregenz und Bre genzerwald fan den sich auch sofort ein. 
Die Hohenegger w ollten sich aber nicht bereden lassen, mit 
den Waffen über die G renze:: ihrer Landmarken hinauszu­ 
zieh en. Hans Werner von Raitnau, Obersthauptmann der 
vier Herrschaften, hatte viel mit ihnen zu schaffen. . Er 
aber, als ein herzhafter ritter und obrister haubtmann, ist 
ohn geach tet ihrer (der Hohen egger) trohw orten ohne schrecken 
zu ihnen g eritten und hat sie mit ernstlichen Worten zu 
geho rsamen angemahnet. Gleichwohl es anfenglich wegen 
bei ettlichen halssterrigen nit verfangen wöllen und sich auch 
einer under ihnen vermessentlich die geladene büchs auf ihme 
zu richten mit vorhaben, :hme vom pferd he runter zu fällen. 
Derne aber mit einem streich und scharpfeu Worten Jos Feur- XXV
	        
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