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Full text: Vorarlberg. Erster Band

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Landammarm erwä hlt Worden sey. Ein sol cher Boche 
spre ngte daun von dem gr ößten Hau fen weg, ritt nieder, 
was ihm in den Weg kam, und erhielt von der Frau 
des neuen Landammanns vier Krone n zur Belohnung für 
die frohe Nachricht. Vierzehn Tage lang wurde hierauf 
gejauchzt, getanzt und gesprungen, daß die Berge wieder­ 
hallten, alles aber auf Kos ten der neuen Obr igkeit, die 
bis an 1000 fl. betragen konnten, und während der 
Amtsdauer mit Zinse n wieder eingebr acht wur den. 
d. Gerichtseintheilung. 
Zur Erleichterung der Gesc häfte und Ueb ersicht des 
Gan zen war der Bregenze rwald in vier Viertel eing e­ 
theilt , von welchen Egg, Schwarzenberg, Andelsbuch und 
Au mit Bezegg die V ersamm lu ngsorte waren; jedes Vier­ 
tel ernannte vier geschworne Beisitzer. Als Hauptort der 
Landammannschaft wurde immer Bezau angesehe n, auch 
hielt sich da der rechtskundige Landschreiber auf. Jeden 
Monat wurde ausgerufen, in welchem Viertel Geric ht 
gehalten werde, damit die Beisitzer erscheinen und die 
Parteien sich anmelden konnten. Bei Vorladungen machte 
das versammelt e Volk vier Gaffen nach den vier Welt­ 
gegenden, der Gerichtswaibel schrit t durch dieselben, und 
rief in jeder seine Vorladung auf das Viertelsgericht 
aus. Belief sich der Werth einer strei tigen Sache nicht 
über 100 fl., so kon nte der Landschreiber seine Entschei­ 
dung geben; stieg die Summe höh er, so mußte sie in 
dem Hauptorte Bezau verhande lt werden . Wer mit dem 
A usspruche des Gerichtes nicht zufrieden war, mußte das 
Ohrläppchen in die rechte, und einen Goldgulden in die 
linke Hand nehmen, das Gesicht gegen Sonne nauf gang 
kehre n, und laut ausrufen: "Ich appellire." Eine Eine
	        
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