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Full text: Vorarlberg. Erster Band

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ist erhöht und entwä ssert, alles Unkraut und wilde Ge­ 
wächs wird mit Reis ig und Erde in .Haufen geschichtet 
Illit ) verbrannt, die Asche alsdan n gleichförmig verbreitet , 
was der Vorarlberge r Motten nennt. Da durch, und mit 
Dün ger, den man mit viele r Mühe zusammen scharrt, 
gelingt es, dem stiefmütterlichen Boden eine Menge Nah­ 
rungsm itt el abzuzwingen. Von diesen Gemeinden abwärts 
bis an den Rhein und über Bregenz hinaus ist der 
B auersmann th ätig wie eine Biene, auf den Berghohen 
prangen um das vereinzelte Haus die herrlichsten Bauern­ 
güter, die nicht nur den eigen en Bedarf liefern, sondern 
noch zum Verka ufe übrig lassen . 
Wäre der Fleiß üb erall gl eich groß, so würde man 
zwar die Kornkam mern: Baden, Würtemberg und Baiern 
nicht ganz entbehren könne n, aber der Abfluß des baren 
Geldes müßte sich be deutend ve rmind ern. Die beste, je# 
doch stre nge Lehrerin in diesem Stücke ist die Noth, sie 
überwindet alle Vorurtheile, sporn t Geistes - und Körper­ 
kr äfte zur Thätigkeit au, bringt Viehzucht, Feldbau, Fa­ 
briken, Manufakturen und Ha ndel in das Gleichgewicht, 
forder t aber oft schre ckli che Opfer, vor welchen der Him­ 
mel unser Vaterland bewah ren wol le. 
Die ergiebigste Fruchtgattung für klei ne Grundstücke 
ist der Mais — Türkenkor n — und wird am häufig­ 
sten gepflanzt. Zn Grüze gemahle n, mit Fett und Milch 
eingeko cht , genießt ihn der Bau ersma nn, und hat eine 
Schüssel mit Milch daneben, mit welch er der Türke n­ 
rübel, besonders wenn das Schmalz ge spart ist, hina b­ 
gespül t wird. Unter anderes Mehl gemengt, gibt der 
Tü rken ein süßliches, nahrhaftes Brod, allein aber ist es 
schwer und hart zn verdauen. Bei dies er Nahrun g hält 
der Bauer am längsten in der Arbeit aus, ohne zu hun­
	        
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