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Full text: Vorarlberg. Erster Band

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das Haus mit Gerath, dcn Stall mit Vieh, die Sche uer 
mit Futter und Früch ten an, Braut und Bräutiganl 
wurde herum geführt, sah, nach dem Dolksausd rucke, 
viel Zeug und Sachen im Hause, und biß an dcn 
An gel; etwa nach einem Monate wandert ein Stück Ein­ 
richtung nach dem andern fort; Rinder, Pferde, Schweine 
verschwinden aus dem Stalle; Früc hte, Heu und Stroh 
wird abgeführt, der betrogene Theil niacht klotzige Auge n, 
was soll er thun? Das Band der Ehe ist geschlossen, 
man kann es nun einmal nicht ändern, setzt das Ge­ 
schä ft auf gut Glück fort, bis kein Theil mehr etwas zu 
verlieren hat, oder das Rad im Umschwünge ein Los 
fallen läßt, durch welche s der Ve rlust zeh nfach erstatte t 
wird. In solchen Fäll en wäre den Forderungen der Ge­ 
rechtigkeit nicht s ange messen er, als die früher n Gläubiger 
zu entschädigen; allein das Gewissen wird in Schlaf ge­ 
legt, die Verantwortung vor dem Ewigen, Allwissenden, 
Unbestechlichen, muß der Weltklugheit weichen, und diese 
verschanzt sich nur hinter den Forme n des Ges etzes, da­ 
mit glau bt man alles abgethan zu habe n. 
Die Reibe dieses Treibens und Ja gens nach Gewi nn; 
der Ränke und Kniffe zur Erreichung eines gold enen Bo­ 
dens; der niedrigen, schmutzigen Unvers chämtheiten, sich 
aus der Patsche zu ziehen, würde einem Richter nicht 
schwer fall en, aus den Akten fortzusetzen; aber schon we­ 
nige Fälle emp ören das sittliche Gefühl, und mancher 
Bea mte mag mit blute ndem Herze n eine Verhandlung 
unterzeichnet haben , die mit seiner inneren Ueberze ugung 
im grellesten Widerspruche stand; allein durch das Ge­ 
setz und seine Formen gebunden, darf er se inen außer­ 
gerich tliche n Ansichten keine Folge geben. — Sucht man 
nach einem Ausdruck e, in welche n alle diese fein en Ver­
	        
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