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Full text: Vorarlberg. Erster Band

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des aus Vorzeichen erkennen, spa nnen die Pferde aus, 
und eilen mit ihnen der nächsten Station, die noch er­ 
reich t werden kann, zu. Zur Auff indung der Fahrstraße 
sind streckenweise hohe Stang en in den Sc hnee gesteckt, 
30 bis 40 Mann bahnen einen Durchgang, manch esmal 
aber wer den die Frachtfuhren acht Tage aufgeh alten, und 
das Postfelleisen wird durch einige Männe r mit Schnee­ 
re ifen an Quers ta ngen über den Berg getrage n. — Die 
schönst en Hoffnungen des Frühlings werden meistens durch 
diesen Wind vereitelt; ti efer Schnee liegt noch im Ge­ 
birge und mehrt sich, während es im Thale regnet; ha­ 
ben Wärme und Feuchtigkeit die Pfla nzen zur Entwick­ 
lung gebracht, so ist eine einzige Helle Nacht, vom Ost­ 
winde hervorgebrac h t , zureichend, die entfalteten Knospen 
mit Eis zu überziehen; geht dann noch die Sonne heiter 
und rein auf, so werde n die Blüthentheile am zwei ten 
oder dritten Tage sch warz und fal len ab; darum liebt 
man es, wenn der Früh ling spät eintritt, mit Federkraft 
spro ßt dann alles schne ll hervor, und verspricht einen 
gesegneten Herbst. Zieht dies er Wind im August Abend s 
nach 8 Uhr, so ist er ein willk ommener Gast, denn er 
brin gt heitere Tage. 
Aus Nordost blast der Gutwetterwind, er ist kühl, aber 
mcht eisig, hält die Entfaltung der Blüthe zurück, bis die 
Jahreszeit mehr vorgerückt ist, und darum sieht man es 
gern, wenn Lie ser Wind das Frühjahr bringt. Man hat 
an ihm be obac htet, daß, wenn er am vierten Tage nicht 
nachläßt, derselbe neun Tage im Ganzen anhält; ge wöhn­ 
lich weht er nach 9 Uhr Morgens, steht um die Mitt a gszeit 
still, und fängt gegen 3 Uhr wied er an. Der Himmel wird 
dann ganz hellblau, die Luft ist rein, das Athme n leicht, 
und alle Ner ven komm en in eine angenehme Spannung. 3
	        
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