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Full text: Vorarlberg. Zweiter Band

142Es 
ist nicht in Abrede zu stell en, daß die vor beistr ö­ 
mende III *) schon in den frühesten Zeiten Veranlassung 
gab, sich auf dem Platze der heutigen Stadt Wohnunge n 
zu erbauen, in welchen Fischfang, Mühlen und etwas 
Feldbau betri eben wurd e; was aber von dem Schlosse 
Dawenfeld — Wodanfeld — das um das Jahr 590 ein 
Götzentempel in der Nähe des heuti gen Feldkirchs gewe­ 
sen seyn soll, gemeldet wird, beruht auf unsicher» An­ 
gaben der Chroniken, welche gern in ein hohes Alter 
hinaufsteigen ; die Benennung Oberfeld kommt diese r Ge­ 
gend wegen ihrer hö hern Lage zu. 
*) Dieß scheint ein Gattungsname derjenigen Gewässer zu seyn, die 
einen ra schen Lauf habe n, denn die Iller bei Kempten, Jls 
bei Passau, III bei Straßburg, 31m in Thüringen IC. haben 
den nämlichen Wurzellaut. 
Die Behauptung Pruggers (S. 12), daß die ziem­ 
lich wohl erb aute Stadt im Jahre 935 schon geraum e 
Zeit unter dem Schutze der montfortischen Schattenburg 
geruht habe, ist sehr gewagt, höchstens darf um diese Zeit 
ein Hof — Curt is — angenommen werde n, über welche 
Höfe ein Reichsges et z vom Jahre 926 anor dnet, daß sie 
gegen die Einfälle der Ungarn und zur Sicherung des 
Eigenthumes eine zwec kmäßigere Befe sti gung erhalten sol­ 
len. Mit mehr Wahrscheinlichkeit führt Bucel in (Rhaet. 
211) an, daß die Fam ilie der Montfort um das Jahr 
1022 zahlreich an ge wachsen sey, und mit mehrern andern 
Schlössern auch die Schattenburg ihre Entstehung erhal­ 
ten habe. Unstreitig ging der Ursp rung der Stadt von 
diesem Schlosse aus; die Grafen bau ten am Fuße der 
An höhe Stallungen für die Pferde, Wohnungen für die 
Knap pen und Kne chte, sor gten für eine Unterkunf t der 
fahrenden Ritter, und wie man sich noch erinnert, hieß hieß
	        
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