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190.) — Eine solche Aush ülfe mußte aber auch die Meh
rerau sich aus dem Kloster Wiblingen erbitten, indem die
ält ern Klosterhcrren meistens kränklich waren, und ihre
Zahl so abgenommen ha tte, daß der Unterricht ins Stocken
ge rieth. Willfährig schickte Wiblingen im Jahre 1798 ei
nen Lehrer, und wie Augenzeugen versichern, verlief das
erste Jahr zur vollkommenen Zufriedenheit aller Bethei,
ligte n; nicht so gut ging es in der Folge. Fremdartige
Einmi sc hungen bracht en Reibungen he rvor, denen der gute,
alte Abt Franz nicht mehr gewachsen war, die Mitglie
der entzweiten sich, einige wurden entfernt, und die Zer
würfnisse nahm en so überhand, daß sich die Konvent
herren im Monat März 1801 entschlossen, den Prälaten
von Wiblingen um Abberufung des herbeigc l as senen Leh
rers zu bitten. Dieser nahm seinen Rückwe g über Kon
stan z, und stell te da die Lage des Stiftes Mehrerau dar.
Man war daselbst von allem unterrichtet, und obgleich
freimüthig zugegeben wurd e, daß in dem Stifte nicht alles
sey, wie es nach strengen Grundsätzen seyn soll te, so fand
doch das Ordi nariat keinen unber ufenen Reformator nöthig,
und behielt sich ein ferneres Einschr eiten, wenn cs räth-
lich befunden werde , selbst vor. Dahin ist zu berichti gen,
was Mic hael Braig in seiner Geschichte des Klosters
Wiblingen (S. 354 und 401) von diesem Falle meldet.
Zur geg enseitigen Aneiferung in den philoso phischen
und theologischen Wissenschaften führ te eine, im Jahre
1721 zwisc hen St. Gallen und Mehr erau geschlossene
Verbindung, nach welche r man sich halbsährig die Lehr
sätze der D i sputation oder Prüfung, welcher sich die stu-
direnden Mitglieder unterziehen mußten, geg enseitig mit-
theiltc. Es erschienen immer zwei Männer vom Fache
als Gegn er, um die Th eses nach allen Sei ten zu be- be-