Skip to main content

Full text: Vorarlberg. Zweiter Band

298 
190.) — Eine solche Aush ülfe mußte aber auch die Meh­ 
rerau sich aus dem Kloster Wiblingen erbitten, indem die 
ält ern Klosterhcrren meistens kränklich waren, und ihre 
Zahl so abgenommen ha tte, daß der Unterricht ins Stocken 
ge rieth. Willfährig schickte Wiblingen im Jahre 1798 ei­ 
nen Lehrer, und wie Augenzeugen versichern, verlief das 
erste Jahr zur vollkommenen Zufriedenheit aller Bethei, 
ligte n; nicht so gut ging es in der Folge. Fremdartige 
Einmi sc hungen bracht en Reibungen he rvor, denen der gute, 
alte Abt Franz nicht mehr gewachsen war, die Mitglie­ 
der entzweiten sich, einige wurden entfernt, und die Zer­ 
würfnisse nahm en so überhand, daß sich die Konvent ­ 
herren im Monat März 1801 entschlossen, den Prälaten 
von Wiblingen um Abberufung des herbeigc l as senen Leh­ 
rers zu bitten. Dieser nahm seinen Rückwe g über Kon­ 
stan z, und stell te da die Lage des Stiftes Mehrerau dar. 
Man war daselbst von allem unterrichtet, und obgleich 
freimüthig zugegeben wurd e, daß in dem Stifte nicht alles 
sey, wie es nach strengen Grundsätzen seyn soll te, so fand 
doch das Ordi nariat keinen unber ufenen Reformator nöthig, 
und behielt sich ein ferneres Einschr eiten, wenn cs räth- 
lich befunden werde , selbst vor. Dahin ist zu berichti gen, 
was Mic hael Braig in seiner Geschichte des Klosters 
Wiblingen (S. 354 und 401) von diesem Falle meldet. 
Zur geg enseitigen Aneiferung in den philoso phischen 
und theologischen Wissenschaften führ te eine, im Jahre 
1721 zwisc hen St. Gallen und Mehr erau geschlossene 
Verbindung, nach welche r man sich halbsährig die Lehr­ 
sätze der D i sputation oder Prüfung, welcher sich die stu- 
direnden Mitglieder unterziehen mußten, geg enseitig mit- 
theiltc. Es erschienen immer zwei Männer vom Fache 
als Gegn er, um die Th eses nach allen Sei ten zu be- be-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.