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Full text: Vorarlberg. Dritter Band

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meister auf dem Schloßthurme feuerte mehrmal gegen sie, 
wobei ihm eine Steinkugel, die zu klein war, in die 
Hände kam; er umwickelte diesel be mit einem Lappen, 
brannte los, und ent zündete dadur ch ein Schindeldach, 
von dem sich das Feuer im ganzen Orte verbreitete. Die 
Appenzeller eilten herbei , ri ssen zusammen, was von der 
Flamm e verscho nt blieb, selbst der Thurm und das un­ 
versehrte Schloß mußte im Jahre 1446 zu Bod en. Durch 
die Reichsacht, welche über Appenzell ve rhängt wurde, 
erzweckte man nicht mehr, als daß Rheinegg von dem 
Kanto n für 6000 fl. von den He rren v. Payer ei nge­ 
löst wurd e, und Oester reic h sich das Recht der Wi eder­ 
lösung vor behielt, (v. Arr II. 329.) — Im eigenen 
Lande bracht e die Furie des Krieg es ihre Fackel im Jahre 
1452 vor die Schlösser Ruggburg und Alt-Lochen (II. 
Abth. XIV. Ab sch. 4. a.) —, und auswärts hatte sich 
Schafhausen im Jahre 1454 mit der Schw eiz auf 25 
Jahre verbunden, so sehr sich auch Bilgeri — Pelegrin 
— v. Heudorf, Sigmunds Rath, anstrengte, die Stadt 
für Oesterreich zu gewinnen. — Der Plappartkrieg *) ge­ 
gen Konstanz im Jahre 1458 zog den Verlu st von Rap­ 
pe rswil nach sich, so wenig auch eine Ursache vorhanden 
zu seyn schie n. Bucel in (Constant, rhen. S. 325) lei­ 
tet den Handel von einem Jahrmärkte in Kons tanz ab, 
auf welchem ein Thurgauer Bauersmann ein Paar Schuh 
kauft e, und unter andern Geldsorten einen abge rufenen 
Plappart zur Auszah lung brachte. Der Schuster verwei ­ 
gerte die Annahme, und na nnte das Geldstück einen Kuh- 
plappart. Nach Be cker (VH. 608) entfiel diese s Wort 
einem Patrizier aus Konsta nz beim Scheibenschießen, kurz 
*) Plappart, eine Schweizermünie, deren 100 Stück eine Mark und 
29 einen Gulden ausm acht en.
	        
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