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Full text: Vorarlberg. Dritter Band

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Obgleich die Bevölk erung in den letzten 40 Jahren wie­ 
der beträchtlich zugenommen ha tte, so ging man doch von 
den drei üblichen Aufgebothen ab, und stell te nur einen 
Ausschuß von 3000 Mann auf, zu dem bei den Muste­ 
ru ngen nur der Kern der Mannschaft eingerei ht wurde. 
Auf jedem Ruf stellte sich die ganze Zahl, alle üb rigen 
kamen in den Landsturnl, und diese Verfügung erhi elt von 
dem Landes fürst en die Bestätig ung . 
16. Die unaufhörlichen Kriege des 17. Jahrhunderts 
gaben so viele Beispiele der Unsicherheit des Lebe ns, wun­ 
derbarer Rettungen aus den augenscheinlichsten Gefahr en, 
und oft eines Unterganges, über den bei allen vorhande­ 
nen Erhaltungsmi ttel n nur ein allgemeines Staunen die 
Theilnahme ausdrückett konnte; den Unbestand zeitli cher 
Güter lernte man nie so deut lich, als in die sem Zeit­ 
räume, kennen. Hieraus erzeugte sich eine hö chst religiöse 
Stimmung, ein stiller, heiliger Sinn, Sc heue vor dem 
Ewigen, und ein Sehne n nach un vergä nglichen Gütern 
einer bessern Welt. Dadurch er klären sich die Ki rchen- 
und Wohlthätigkeitsstiftungen, welche in diesem Jahrhun­ 
derte an Kapuzinerklöster und Pfarrkirchen, Kr anken- und 
Armenhäuser, Stipendien für Studirende und Handwe r­ 
ker rc. gemacht wur den. Alte Familienstücke von Gold, 
Silber, Ede lstein en, wie z. B. Kreuze, Ri nge, Ohrge­ 
hänge, Haus altärc hen von hohem Wer the, Rosenkränze, 
Seid enstoffe mit Gold gestickt oder durchwoben, gab man 
an Got teshäus er hin, bei welch en sie entweder in ihrer 
bisherigen Form verwendet, oder zu kirchlichem Gebrauc he 
tauglich gemacht wur den. — Manche, noch jetzt bestehende 
Andach t, nahm ihren Ursprung, wie in Feldki rch der Psal­ 
ter und die Li tanei vor ausgesetzt em, hochwürdigen Gute 
während der Tagmesse um 5 Uhr Morgens. Auf Zuthun Zuthun
	        
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