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Full text: Vorarlberg. Dritter Band

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schon 666 Jahre vor Christ. Geb. angenommen ist. Schw ab 
(363) sagt: es sey zwei Spannen hoch gewesen, nnd habe 
die Gestalt eines Mannes geh abt, der drei Rosen in der 
Hand trug. Man bemerkte an demselben Spuren von Flü­ 
geln, und hielt ihn deswegen für einen römischen Merkur. 
Ka iser Maximilian I. ließ das Bild nach Innsbruck schas­ 
sen. Ob der Hercules al lemanni cus, der (1. c. S.. 529) 
im Register vorkommt, und im Jahre 1764 in der chur­ 
pfälzi schen Alterthumskammer sich bef and, das nämliche 
oder ein anderes Bild sey, steht dahin. — Die körper­ 
liche und sittliche Bil dung der Allema nnen stimmt ganz 
mit der Schild erung überein, welche Tacitus von den 
alten Teutonen — Deutschen — gibt. Sie waren groß 
und schlank gewachsen, hatten trotzige blaue Augen und 
blondes Haar. Die Liebe der Jün glinge war nicht früh­ 
zeitig, desto unerschöpflicher ihre Mannheit, eben so wenig 
wurden die Mädchen übereilt, und in der strengsten Keu sch­ 
heit erzogen. Eine gesallen e Schönheit fand ke inen Frei er 
mehr, wenn sie auch noch so reich und ansehnlich war. 
Der Mann hatte nur eine Frau, Eh ebrüche fielen über­ 
aus s elten vor; gescha h es aber, so schnitt man dem 
Weibe die Haare vom Kopfe, entblößte und peitscht e sie 
aus dem Hause durch den gan zen bewohnten Platz. Die 
Hütten waren zum Theile in die Erde gegrab en, das 
Uebrige aus unbehauenen Baumstämmen au fgerichtet. Feld­ 
früchte und frisches Wild stillten den Hunger, Kleidung 
und Schlafstätte bes tanden aus Fellen und Häute n er­ 
leg ter Thiere, letztere gaben dem Manne ein gräßliches 
Ansehen, denn er ließ die Hör ner oder das Gebiß dara n, 
und zog sie über sein en Kopf, wenn er gegen die Feinde 
in das Feld rückte. Wuch er und Bedrückungen mit Zin­ 
sen waren ihnen unbek annte Dinge, darum traf man auch auch
	        
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