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mann vertri eben , fand Dietbold nur in völliger Unter
wer fung seine Ret tung. — Die wiederholten Beispiele der
Empörung gaben zur Maßregel, die Gewalt der Herzoge
zu schwäch en, Anlaß . Pipin löste die großen Bezi rke in
klei nere auf, gab scdem derselben einen Gaugrafen, unter
welch en die Zcntri chter je über hundert Fami lien zur Schlich
tung mind er wichtiger Geschäfte gestellt wurden, we lche schon
damals Schulthe iß e — Scul tha izio — genannt wur den.
Viermal des Jahr es besuchten königliche Ab geordnete die
Gaugrafschast en, und in außerordentlichen Fällen schickte
man eig ene Kammerbothen oder Pfal zgra fen, die von dem
Zustande des Landes Einsicht nah men. — Alle 14 Tage
mußte der Ga ugraf unter freiem Himmel zn Ger icht sitzen,
und aus der Nachbarschaft 12 Beisitzer sich zugesellen,
deren Stim menm ehrhei t entscheidend war. Zeugen, Eid
schw ur, Zweikampf, Feuer- und Wasserprobe galten noch
immer als Beweise, besonders aber drang man auf Ab
stellung der Blutrache, nach welcher die Verwandten ei
nes Getöd teten das Recht und die Pfl icht auf sich nah
men, dem Thäter ebenfalls das Leben zu rauben. In
solch en Fällen mußten die Verwan dten bedeutende Geld
summ en hinterlegen, durch deren Verlust sie von der Blut
rache abgehalten wurden. — Ueber Klöster und Stifte
hatten die Gaugr afen keine Gerechtsame, weil jen en, als
freien Eigenthümern, se lbst das Recht über Leben und
Tod ihrer Leibeigenen zustand. (Von Arr I. 46.) — Don
dies er Verfassung ma chte das churische Rhätien eine Aus
na hme, es hieß noch im Jahre 750 ein Herzog thu m, und
richtete sich nach eigenen Gesetzen.
3. Unse re Landschaft ward in vier Gaue getheilt , als:
a) Das Argengau, dessen Gränzen und Grafen in
der II. Abth. (I. Absch.) angegeben sind; man hat sich sich