K inde rmund:
S ternstunde n,
P leiten
und Affären
Ausgegrenzt - Ziel nicht err eicht
Sabrina Fitz zu Tante Susi: "Du
heoscht abor an prächtiga Ma!"
Ist wirklich eine Pr acht von Mann,
der Lendi?
Wie
wird man
erfolgreich?
Reinhard Mohr, jetzt selbstän-
diger Press efoto graf, hat die
International ität sei ner Bran-
che schnell erkannt. Bei ei-
nem Tel efon ges präch hat er
sich mit "Grüß Gott, hier ist
Mohr aus Vorarlberg bei
Bregenz" gemeldet. Die Stei-
gerung kön nte nur noch
heiss en "Mohr from Austria bei
Wolfurt ."
Ausgerechnet der Feuer-
wehr mußte dies passieren.
Das Ziel des diesjährigen
Feuerwehraus f luges war Prag. 3
Tage wu rden eingeplant. Gut ge-
launt kam die Rei s egruppe an der
bayerisch-tschec hi s chen Grenze
an. Wie es bei solchen Grenzen
halt üblich ist, kam ein Mann in
Unif orm und wollte die Reisepäs-
se sehen. Und so fort sank die Stim-
mung bei einigen - nicht
Unmaßgebenden bei der Fe uer-
wehr- auf Null. Grund: DerZ,öllner
hat dem Chauffeur ger ade erklärt,
daß für Johann, Oskar, Alwin,
Wolf gang und Christian die Reise
zu Ende sei. In die Tschechei kom-
me man nur mit einem gü ltigen
Reisepaß und nicht nur mit einem
(lumpig en) Pesonalausweislein.
Gschiedlinge sind genug im Bus.
Es kommt der Vorschlag, man
solle doch eine andere Grenze
anfahren. Die Z öllner müss en ja
nicht über all gleich ... und so. Nun
gut. Man probiert. Ein Umweg
von weiß Gott wie vielen Kilome-
tern wurde in Kauf genommen,
nur daß alle in den Genuß der
Goldenen Stadt kommen. Aber es
sind doch alle Zöllner ... und so.
Auch hier: Viel Reden und Ver-
handeln. Alles nützt nichts. Sie
neh men es - mit Kn irschen - zur
Kenntnis (Ihre Zahnärzte haben 's
den Z öllnern gedankt). Die fünf
Betr offenen verließen also den
Bus, packten ihr Bündelein und
marschierten wie Flüchtlinge wie-
der retour zur Öst e r reichischen
Grenze. Und weil die Tschechen
ihre Gre nzen dazumal ins Nie-
mandsland gebaut hatt en, war der
nächste österre ichische Ort halt
meilenweit entfernt. Und wenn
man meilenweit geht, verdampft
alles, was man bishe r gen ossen
und getrunken hat. Also stellen
sich die fünf an den Straßenrand
und sto ppen und st oppen und stop-
pen und ... ein Autobus bleibt tat-
sächli ch stehen. Die Tür öff net
sich. Man schaut zu fünft hinein.
Und schon wird im Bus nach einer
Volksabstimmung verlangt (es
kön nten ja keine E i nheimischen
se in). "Wer ist dafür?" schreitet
der Busfahrer zur Abstimmung.
Es schaut so aus, als ob einige
zagh aft die Hand heben - das reich t
dem sozial gesinnten Busfa hrer
für "eine überwältigende Mehr-
heit ist dafür. Also alles einstei-
gen!". Huch, geschafft. "Vielen
Dank, Herr Buschauffeur!" haben
sich die fünf gedacht. Und so sind
sie bis zum nächsten Bahn hof im
letzten Auto buswin kel gek auert,
sind dann ganz niedergesc hl a gen
in den Zug eingestiegen und nach
Hause gefa hren. Johann 's Frau
blieb nichts anderes übrig, als die
ganze Meute vom Heimatbahnhof
abzuholen. Aber keine Nachteile
ohne Vort eile: die Fr auen waren
froh (waren sie es wirkl ich?), daß
ihre Männer zwei Tage f rüher zu
Hause waren . Zum K uhfest war
man auch noch re chtzeitig zurück.
Und Geld wurde auch keines ge-
braucht. Nur: Prag ward nie mehr
gesehen. Das tut ihnen schon leid. leid.