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Full text: D'Hafoloabar Fürbat 1990-1999 (13-22)

K inde rmund: 
S ternstunde n, 
P leiten 
und Affären 
Ausgegrenzt - Ziel nicht err eicht 
Sabrina Fitz zu Tante Susi: "Du 
heoscht abor an prächtiga Ma!" 
Ist wirklich eine Pr acht von Mann, 
der Lendi? 
Wie 
wird man 
erfolgreich? 
Reinhard Mohr, jetzt selbstän- 
diger Press efoto graf, hat die 
International ität sei ner Bran- 
che schnell erkannt. Bei ei- 
nem Tel efon ges präch hat er 
sich mit "Grüß Gott, hier ist 
Mohr aus Vorarlberg bei 
Bregenz" gemeldet. Die Stei- 
gerung kön nte nur noch 
heiss en "Mohr from Austria bei 
Wolfurt ." 
Ausgerechnet der Feuer- 
wehr mußte dies passieren. 
Das Ziel des diesjährigen 
Feuerwehraus f luges war Prag. 3 
Tage wu rden eingeplant. Gut ge- 
launt kam die Rei s egruppe an der 
bayerisch-tschec hi s chen Grenze 
an. Wie es bei solchen Grenzen 
halt üblich ist, kam ein Mann in 
Unif orm und wollte die Reisepäs- 
se sehen. Und so fort sank die Stim- 
mung bei einigen - nicht 
Unmaßgebenden bei der Fe uer- 
wehr- auf Null. Grund: DerZ,öllner 
hat dem Chauffeur ger ade erklärt, 
daß für Johann, Oskar, Alwin, 
Wolf gang und Christian die Reise 
zu Ende sei. In die Tschechei kom- 
me man nur mit einem gü ltigen 
Reisepaß und nicht nur mit einem 
(lumpig en) Pesonalausweislein. 
Gschiedlinge sind genug im Bus. 
Es kommt der Vorschlag, man 
solle doch eine andere Grenze 
anfahren. Die Z öllner müss en ja 
nicht über all gleich ... und so. Nun 
gut. Man probiert. Ein Umweg 
von weiß Gott wie vielen Kilome- 
tern wurde in Kauf genommen, 
nur daß alle in den Genuß der 
Goldenen Stadt kommen. Aber es 
sind doch alle Zöllner ... und so. 
Auch hier: Viel Reden und Ver- 
handeln. Alles nützt nichts. Sie 
neh men es - mit Kn irschen - zur 
Kenntnis (Ihre Zahnärzte haben 's 
den Z öllnern gedankt). Die fünf 
Betr offenen verließen also den 
Bus, packten ihr Bündelein und 
marschierten wie Flüchtlinge wie- 
der retour zur Öst e r reichischen 
Grenze. Und weil die Tschechen 
ihre Gre nzen dazumal ins Nie- 
mandsland gebaut hatt en, war der 
nächste österre ichische Ort halt 
meilenweit entfernt. Und wenn 
man meilenweit geht, verdampft 
alles, was man bishe r gen ossen 
und getrunken hat. Also stellen 
sich die fünf an den Straßenrand 
und sto ppen und st oppen und stop- 
pen und ... ein Autobus bleibt tat- 
sächli ch stehen. Die Tür öff net 
sich. Man schaut zu fünft hinein. 
Und schon wird im Bus nach einer 
Volksabstimmung verlangt (es 
kön nten ja keine E i nheimischen 
se in). "Wer ist dafür?" schreitet 
der Busfahrer zur Abstimmung. 
Es schaut so aus, als ob einige 
zagh aft die Hand heben - das reich t 
dem sozial gesinnten Busfa hrer 
für "eine überwältigende Mehr- 
heit ist dafür. Also alles einstei- 
gen!". Huch, geschafft. "Vielen 
Dank, Herr Buschauffeur!" haben 
sich die fünf gedacht. Und so sind 
sie bis zum nächsten Bahn hof im 
letzten Auto buswin kel gek auert, 
sind dann ganz niedergesc hl a gen 
in den Zug eingestiegen und nach 
Hause gefa hren. Johann 's Frau 
blieb nichts anderes übrig, als die 
ganze Meute vom Heimatbahnhof 
abzuholen. Aber keine Nachteile 
ohne Vort eile: die Fr auen waren 
froh (waren sie es wirkl ich?), daß 
ihre Männer zwei Tage f rüher zu 
Hause waren . Zum K uhfest war 
man auch noch re chtzeitig zurück. 
Und Geld wurde auch keines ge- 
braucht. Nur: Prag ward nie mehr 
gesehen. Das tut ihnen schon leid. leid.
	        
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