ließ er 1930 die Gartenanlage rund um das Kloster für den Sie durften sich in ihrem alten Kloster zu Mariastein asyl-Eigenbedarf
und zum Verkauf von Gemüse und Blumen rechtlich niederlassen. Das St. Gallusstift wurde samt Imausbauen.
1930 wurde auch der Hof Lerchenau in Lau- mobilien beschlagnahmt, die Kirche profaniert. Die Gebäuterach
angekauft und zu einem Musterbetrieb ausgebaut. lichkeiten wurden für eine landwirtschaftliche Schule zur
Schon vorher hatte man den kleinen Hof Kustersberg in der Verfügung gestellt, später für ein Reservelazarett. Nach
Gemeinde Kennelbach mit etwas Wald erworben. 1937 dem Kriege wurde das Kloster vom Konvent wieder überwurde
Dr. theol. Basilius Niederberger zum dritten Abt des nommen, und ein Pater nahm dort Wohnsitz.'!? Der Rück-St.
Gallusstiftes gewählt (im Amt bis 1971, gest. 1977). stellungsbescheid der Finanzlandesdirektion Feldkirch erfolgte
allerdings erst 1948. Nach Ostern 1946 wurden Teile
des Hauses an das Oberlyzeum bzw. Bundesgymnasium
für Mädchen ausgemietet (das bis 1983 dort blieb).'!® Eine
Rückkehr der Schweizer Mönche nach dem Kriege ins St.
Gallusstift kam aus verschiedenen Gründen nicht mehr in
Frage. Als 1970/71 das Kloster Mariastein staatsrechtlich
wieder hergestellt wurde,'® war der Weg frei, die Besitzungen
in Vorarlberg zu veräußern. Der Hof in Lauterach wurde
1976 an das Stift Mehrerau veräußert. Das Kloster selber
gelangte 1981 durch Kauf an das Land Vorarlberg, das dort
seine Landesbibliothek einrichtete.2
Durch den Anschluß Österreichs an das Großdeutsche
deich 1938 sah sich der Schweizer Konvent in Bregenz
bald schon gefährdet. Im Herbst 1940 wurden zwei
Schweizer Patres verhaftet, die bis 1942 in Gefangenschaft
olieben. Am 2. Januar 1941 wurde dann das Stift von der
Gestapo im Namen des Sicherheitsministeriums in Berlin
wegen “Volks- und Staatsfeindlichkeit” aufgehoben. Die
Schweizer Mönche wurden in ihre Heimat ausgeschafft.1®