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Full text: Vorarlberger Landesbibliothek, Sankt Gallusstift, Bregenz - Eröffnung des Kuppelsaales

der 1721 Stadtpfarrer von Bregenz wurde, wo er 1746 ver- eine Handschrift des Schwabenspiegels, die Handschrift A 
starb.“ Aus seiner Bibliothek sind über 30 zum Teil mehr- des Barlaam und Josaphat von Rudolf von Ems, möglicher- 
bändige Werke erhalten. Weiters wäre noch die recht statt- weise auch die Handschrift A von Des Tüfels Segi*® - nur 
iche Schloßbibliothek der Fürsten Rosenberg-Orsini - eine noch spärliche Reste erhalten haben, kommt der aus ca 
typische, nach und nach gewachsene Adelsbibliothek - zu 100 Bänden bestehenden Sammlung der VLB trotzdem ei- 
erwähnen, die über 2300 Alte Drucke umfaßt. Der aus dem nige Bedeutung zu, handelt es sich doch um die einzige, 
Jahre 1775 stammende Katalog dieser Bibliothek dürfte wenigstens teilweise erhaltene Adelsbibliothek aus dem 
von Franz Xaver Wolf Fürst Rosenberg-Orsini in Auftrag ge- Raum des heutigen Bundeslandes Vorarlberg. Zudem ge- 
geben worden sein. Als der unverheiratet gebliebene währen die vielen handschriftlichen Vermerke in den 
Staatsmann - er war Oberstkämmerer und Conferenzmini- Büchern “einen wertvollen Einblick in Geisteshaltung und 
ster am kaiserlichen Hof in Wien - 1796 verstarb, ging seine Dbolitische Bestrebungen der Reichsgrafen von Hohenems 
Fürstenwürde an Franz Seraph, den erstgeborenen Sohn auf dem Höhepunkt ihrer Machtentfaltung”.® 
seines Vetters Vincenz Ferrerius Graf Rosenberg-Orsini, 
über und mit ihr wohl auch die Bibliothek.“ Mitte des 19. 
Jahrhunderts gelangte die Bibliothek durch Heirat der Nich: 
:e Franz Seraphs in den Besitz der Grafen Plaz, von deren 
Nachfahren die VLB sie im Jahre 1990 ankaufte. 
Im Zuge von Ausgrabungen zu Beginn dieses Jahrhunderts 
wurde auf einem Stückchen Wandverputz, das aus einem 
Wandelgang der Thermen des römischen Brigantium 
stammte, der Rest einer Inschrift gefunden, die als Vergil, 
Aeneis XII Verse 58-60, identifiziert werden konnte und in ih- 
rer Art nördlich der Alpen einzigartig ist.” Dieses “erste li- 
terarische Dokument unseres Landes” gab den Anlaß, zu 
Ehren des Publius Vergilius Maro (70-19 v. Chr.) eine Son- 
Bibliotheca Emsiana 
Auch wenn sich von der einstmals so großzügig ausge- 
statteten Palastbibliothek der Grafen von Hohenems - in Ihr 
befanden sich sehr bedeutende germanistische Handschrif- 
ten wie die Handschriften A und C des Nibelungenliedes, dersammlung anzulegen. Die Vergilsammlung der VLB um-
	        
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