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GEMEINDE
Naturnahe Begrünung im Naturpark
Ein Interreg-Projekt zur Förderung regio-
naltypischer Landschaftselemente
Ziel des Interreg-Kleinprojekts „Regionale
He cken & Co bereichern die Kulturland-
schaft im Naturpark Nagelfluhkette“, das
bis Ende 2020 dauert, ist die Förderung
der regionalen Vielfalt und Landschafts-
elemente durch die Begrünungen mit
standorttypischen Blumen und Sträuchern.
Ebenso wichtig ist auch, Interessierten die
Methoden naturnaher Begrünungen und
die damit verbundenen Vorteile vorzustel-
len. Bedeutend ist u.a. die richtige Pflege
der angesäten Wiesen, damit nicht nur ein
einmaliger Blüherfolg eintritt.
Neben der Gemeinde, die öffentliche
Flächen zur Verfügung stellt, sol len auch
Priva te und Betriebe über das Jahr 2020
hinaus motiviert werd en, im Rahmen von
Pflanzungen und Ansaaten die regionale
Vielfalt zu berücksichtigen. Außerdem s ollen
die meistens mit besten Vorsätzen und oft
teurem Saatgut angelegten Landschafts-
elem ente langfristig gesichert werden.
Wie der Naturpark ist auch das Projekt
grenzüberschreitend und wird im Rahmen
des Interreg-Programms Bayern - Öster-
reich durch die Europäische Union finanzi-
ell unterstützt.
Was heißt naturnah?
Eine Blumenwiese anstelle einer Rasenflä-
che, heimische Blütensträucher statt einer
Liguster- oder Thujenhecke – na-
turnahe Bepflanzung im Dorf
oder ums Haus mag für viele
zunächst ungewohnt erscheinen.
Dabei bietet naturnahe Begrü-
nung viele Vorteile: Die Blumen-
vielfalt erfreut nicht nur den
Gärtner oder Spaziergänger,
sondern ist auch die Vorausset-
zung für eine vielfältige Tierwelt.
Blütensträucher sind Nahrungs-
grundlage für Bienen, Vögel
nutzen die Beerenfülle. Einmal
etabliert, erfordert eine Blumen-
wiese, die ein- oder zweimal im
Jahr gemäht wird, zudem we-
sentlich weniger Pflege als bei-
spielsweise eine häufig gemähte
Rasenfläche und ist damit letzt-
lich auch weniger arbeitsintensiv.
Idealerweise werden bei naturna-
hen Begrünungen aus der Region
stammende Pflanzen verwendet.
Warum regional?
Pflanzen aus der Reg ion sind
optimal an Böden und Klima
angepasst. Witterungsextreme,
beispielsweise Spätfröste oder
Trockenperioden, überstehen
diese daher oft besser als Pflan-
zen, die aus Gebieten mit ande-
ren klimatischen Bedingungen
stammen. Zudem ist die Tierwelt,
vor allem die blütenbesuchende
Insektenfauna, von der heimi-
schen Pflanzenwelt abhängig.
Bereits im Herbst 2018 wurden im
Naturpark Gehölzstecklinge und
B eeren gesammelt, die in zwei
Betrieben zu Sträuchern gezogen
werden. Außerdem werd en im
Sommer 2019 in Magerwiesen
des Naturparks Blumensamen
geerntet und für die Begrünung
neuer Blumenwiesen verwendet.
Hie rzu hat die Firma Daniel
Meusburger ein spezielles Gerät
erworben, eine Art „Mähdre-
Eine Biene auf einer Wiesenflockenblume – naturnahe
Begrünungen erfreuen Mensch und Tier (Quelle: UMG).
scher“ für Wiesen, mit
deren Hilfe die Samen
der Magerwiesen ge-
wonnen werden können.
Das Saatgut stammt also
direkt aus dem Natur-
park.
Naturnahe Begrünun-
gen erfordern Geduld:
Da die Böden meist
mager sind, die Flächen
ungedüngt bleiben und
statt schnellwachsender
Gräser Blumen angesät
werden, entwickelt sich
die Pflanzenwelt langsa-
mer als in herkömmli-
chen Rasenflächen. Der
Erfolg zeigt sich daher
nicht in wenigen Wo-
chen, sondern erst in
zwei oder drei Jahren.
Diese Geduld wird aber
durch eine bunte Vielfalt
belohnt, die zudem
weniger Pflege erfordert
und von der nicht zuletzt
Bienen, Schmetterlinge
und Vögel profitieren.
Hinweis:
Interessierte können sich bei
Carina Niedermair vom
Naturparks Nagelfluhkette
unter niedermair@naturpark-
nagelfluhkette.eu melden,
wenn sie eine Fläche oder
einen Streifen für eine
naturnahe Begrünung zur
Verfügung stellen wollen.
Wir stellen Saatgut bzw.
Stecklinge und Know – How
bereit.
Gefördert durch: