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Full text: s'Dorer Blättle (2018-2020)

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GEMEINDE 
Naturnahe Begrünung im Naturpark 
Ein Interreg-Projekt zur Förderung regio- 
naltypischer Landschaftselemente 
Ziel des Interreg-Kleinprojekts „Regionale 
He cken & Co bereichern die Kulturland- 
schaft im Naturpark Nagelfluhkette“, das 
bis Ende 2020 dauert, ist die Förderung 
der regionalen Vielfalt und Landschafts- 
elemente durch die Begrünungen mit 
standorttypischen Blumen und Sträuchern. 
Ebenso wichtig ist auch, Interessierten die 
Methoden naturnaher Begrünungen und 
die damit verbundenen Vorteile vorzustel- 
len. Bedeutend ist u.a. die richtige Pflege 
der angesäten Wiesen, damit nicht nur ein 
einmaliger Blüherfolg eintritt. 
Neben der Gemeinde, die öffentliche 
Flächen zur Verfügung stellt, sol len auch 
Priva te und Betriebe über das Jahr 2020 
hinaus motiviert werd en, im Rahmen von 
Pflanzungen und Ansaaten die regionale 
Vielfalt zu berücksichtigen. Außerdem s ollen 
die meistens mit besten Vorsätzen und oft 
teurem Saatgut angelegten Landschafts- 
elem ente langfristig gesichert werden. 
Wie der Naturpark ist auch das Projekt 
grenzüberschreitend und wird im Rahmen 
des Interreg-Programms Bayern - Öster- 
reich durch die Europäische Union finanzi- 
ell unterstützt. 
Was heißt naturnah? 
Eine Blumenwiese anstelle einer Rasenflä- 
che, heimische Blütensträucher statt einer 
Liguster- oder Thujenhecke – na- 
turnahe Bepflanzung im Dorf 
oder ums Haus mag für viele 
zunächst ungewohnt erscheinen. 
Dabei bietet naturnahe Begrü- 
nung viele Vorteile: Die Blumen- 
vielfalt erfreut nicht nur den 
Gärtner oder Spaziergänger, 
sondern ist auch die Vorausset- 
zung für eine vielfältige Tierwelt. 
Blütensträucher sind Nahrungs- 
grundlage für Bienen, Vögel 
nutzen die Beerenfülle. Einmal 
etabliert, erfordert eine Blumen- 
wiese, die ein- oder zweimal im 
Jahr gemäht wird, zudem we- 
sentlich weniger Pflege als bei- 
spielsweise eine häufig gemähte 
Rasenfläche und ist damit letzt- 
lich auch weniger arbeitsintensiv. 
Idealerweise werden bei naturna- 
hen Begrünungen aus der Region 
stammende Pflanzen verwendet. 
Warum regional? 
Pflanzen aus der Reg ion sind 
optimal an Böden und Klima 
angepasst. Witterungsextreme, 
beispielsweise Spätfröste oder 
Trockenperioden, überstehen 
diese daher oft besser als Pflan- 
zen, die aus Gebieten mit ande- 
ren klimatischen Bedingungen 
stammen. Zudem ist die Tierwelt, 
vor allem die blütenbesuchende 
Insektenfauna, von der heimi- 
schen Pflanzenwelt abhängig. 
Bereits im Herbst 2018 wurden im 
Naturpark Gehölzstecklinge und 
B eeren gesammelt, die in zwei 
Betrieben zu Sträuchern gezogen 
werden. Außerdem werd en im 
Sommer 2019 in Magerwiesen 
des Naturparks Blumensamen 
geerntet und für die Begrünung 
neuer Blumenwiesen verwendet. 
Hie rzu hat die Firma Daniel 
Meusburger ein spezielles Gerät 
erworben, eine Art „Mähdre- 
Eine Biene auf einer Wiesenflockenblume – naturnahe 
Begrünungen erfreuen Mensch und Tier (Quelle: UMG). 
scher“ für Wiesen, mit 
deren Hilfe die Samen 
der Magerwiesen ge- 
wonnen werden können. 
Das Saatgut stammt also 
direkt aus dem Natur- 
park. 
Naturnahe Begrünun- 
gen erfordern Geduld: 
Da die Böden meist 
mager sind, die Flächen 
ungedüngt bleiben und 
statt schnellwachsender 
Gräser Blumen angesät 
werden, entwickelt sich 
die Pflanzenwelt langsa- 
mer als in herkömmli- 
chen Rasenflächen. Der 
Erfolg zeigt sich daher 
nicht in wenigen Wo- 
chen, sondern erst in 
zwei oder drei Jahren. 
Diese Geduld wird aber 
durch eine bunte Vielfalt 
belohnt, die zudem 
weniger Pflege erfordert 
und von der nicht zuletzt 
Bienen, Schmetterlinge 
und Vögel profitieren. 
Hinweis: 
Interessierte können sich bei 
Carina Niedermair vom 
Naturparks Nagelfluhkette 
unter niedermair@naturpark- 
nagelfluhkette.eu melden, 
wenn sie eine Fläche oder 
einen Streifen für eine 
naturnahe Begrünung zur 
Verfügung stellen wollen.   
Wir stellen Saatgut bzw. 
Stecklinge und Know – How 
bereit. 
  
Gefördert durch:
	        
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